Russkaja

»Kasatchok Superstar«

chat chapeau/Soulseduction

In der Wiener Live-Szene sind Russkaja längst kein Geheimtipp mehr und passend zu ihrer neuen Berühmtheit als Band der Alternative-Latenightshow »Willkommen Österreich« ist nun endlich das Album da. Man wusste von einer EP, was zu erwarten und dass die Live-Qualität auch im Studio umsetzbar war. No na, bestehen Russkaja doch zum Großteil aus alten Hasen, vielseitig erfahren durch verschiedenste Backgrounds in Studio, Komposition und auf der Bühne: Showbiz (bzw. »Zirkus, Zirkus, Zirk!«) zählt hier mehr als Folklore. Natürlich ist die Musik primär osteuropäisch gefärbter Ska, dessen Spaßfaktor hoch. Gekonnt bei Bedarf eingestreut sind jedoch Stilmittel von Big Band über Funk bis Metal, oder z.B. Batman-Chöre in einem Gitarrensolo (»Kompania«). Die Subkultur-Folklore, wie sie sich bei »Dope Shit« spiegelt, ist wenig an Tradition gebunden, Russkaja werden nach dem Ende des Ost-Hypes munter weiterrocken, obwohl ihre einschlägig melancholischen Momente (»Dolja Moja«, Rebroff zwinkert!) schon vom feinsten sind.