Kardinator

»Rasenmäher«

Honigdachs

Das erste Mal bin ich über Kardinal Kaos gestolpert, als ich Säbjul in Klagenfurt auf der Straße getroffen habe und er mir das Debütalbum von Monobrother aus seinem Rucksack raus verkauft hat – für 10 Euro, wie man das damals halt so gemacht hat. Ich war geflasht von Monobrothers Erstwerk, aber vor allem von »Feine Zeit«, mit einem Feature von Kardinal Kaos. Ein Storytelling-Track über Herkunft, Provinzdasein und wie man aus dem trostlosen Leben doch was machen kann. Eine Geschichte über die Vergangenheit und Gegenwart, die jeder Nicht-Städter sehr gut nachvollziehen kann. Was damals schon klar war: Kardinal Kaos war auf einem Level mit Monobrother und ein Dreamteam war geboren. Jedoch, wie es die Geschichte so will, kam es nie zu einem Kollab-Album und Kardinal Kaos ging seinen Weg weiter, zum einen als Teil der Mostheadz und zum anderen als Solokünstler. 2017 erschien »Da Goidene Beash«, sein erstes Soloalbum, und über die Jahre sammelte er Features auf den vielen Releases von Honigdachs. Fast Forward ins Jahr 2021, Kardinal Kaos holt Labelkollege Alligatorman – vor allem als Produzent für DRK & FOZ bekannt – an Bord und zusammen bilden sie das Duo Kardinator und releasen das Album »Rasenmäher«. Auf einer Mischung von dumpfen, funky 85-bpm-Beats erzählt der »6 Millionen Dollar Beash« übers Landleben und die »Bourgeoisie«. Wortspiele nehmen, wie auf einem HipHop-Album zu erwarten ist, überall eine große Rolle ein – von dem Nas-inspirierten Track »The World is Oasch«, einer Art Hacklerhymne mit großem Video und Feature Parts von Digga Mindz und DRK, bis zu »Ice Humanoid«, wo die freien Gedanken zu whacken Ideen werden. Inhaltlich reflektiert Kardinal Kaos über seinen »Erfolg« und die damit zusammenhängenden Fragen, die ihm von allen Seiten zugetragen werden, wie auch über seinen Status im Rap-Game. Dabei geht’s nicht darum, massentauglich zu sein, sondern »Feiyah« in die Welt zu bringen und dieses nicht zu verlieren. Alligatorman versteht es, die Beats auf dem ganzen Album stimmig zu produzieren, und auch die Features fallen hier nicht aus der Reihe. Fate, der als einziger dialektlos auftritt, passt stimmig ins Gesamtkonzept und auch wenn man auf das Monobrother-Feature vergeblich wartet, begeistern die Labelkollegen auf allen Tracks. Alles in allem eine solide Leistung aus dem Hause Honigdachs, welches jedes Jahr weiter und weiter wächst und mit Releases wie diesem zum Fixstern am österreichischen HipHop-Himmel wurde.