Jozef Dumoulin & Orca Noise Unit

»A Beginner’s Guide to Diving and Flying«

Yolk Music

Nach langjähriger Arbeit mit verschiedensten KünstlerInnen – darunter Lynn Cassiers, Benoît Delbecq, Keiji Haino, Trevor Dunn und eine Gruppe tibetischer Mönche – brachte der belgische Wahlpariser Jozef Dumoulin für diese Aufnahme die wichtigsten Persönlichkeiten des Yolk-Labels zusammen, um in vier Tagen »A Beginner’s Guide to Diving and Flying« einzuspielen. Orca Noise Unit ist ein Anagramm von Oneironautics, der Bezeichnung für Menschen, die sich mit Träumen beschäftigen. Wer sich einmal mit ihren/seinen Träumen befasst hat, erkennt den Zusammenhang mit dem Gesang von Walen. Dieser, mit speziellen Unterwassermikrofonen aufgenommen, ähnelt in seiner Art dem von Vögeln, also Melodien, die sich stetig wiederholen. Besonders zu empfehlen sind die Gesänge der Buckelwale, wie sie Dr. Roger Payne bereits in den 1970er-Jahren erforschte. Auch in Träumen kehren Motive wieder, und die Beschäftigung damit ergibt im Nachhinein zum Teil sehr erhellende Ergebnisse, oft zumindest sind es Geschichten, die von inneren Spannungen berichten.

Ähnlich erging es Dumoulin mit den fertigen Aufnahmen und ähnlich ergeht es auch denjenigen, die zum ersten Mal den Aufnahmen lauschen. Nach freier Improvisation klingt diese dargebotene Musik über weite Strecken nicht. Die fünf Musiker Bruno Chevillion (Bass), Toma Gouband (Percussion), Sylvaine Hélary (Flöten), Antonin-Tri Hoang (Saxophone, Klarinette, Percussion) sowie Jozef Dumoulin am Piano spielen hier erstmals zusammen und zeigen dabei ihr technisches Können, vor allem aber die wunderbare Art, auf die restlichen Musiker einzugehen und eine Atmosphäre entstehen zu lassen, in der sich Spannungen auf- und abbauen, in der sich die oft ineinander verschränkten Bilder des Traums einerseits sowie die Tiefen des Traums andererseits manifestieren. Ein wahrhaft passender Titel und ein schöner Einstieg in die Welt der jazzigen Improvisation, da sich das Album mit Leichtigkeit genießen lässt und es schafft, Hörende durch seine liebliche Art einzufangen.