Crystal Stilts

»In Love With Oblivion«

Fortuna Pop

Im Sammelbecken musikalischer Zitate wird das Rad nicht neu erfunden (man blicke hier nur zu den Strokes und anderen Freunden des Röhrenjeans-Recycling-Rocks unserer Zeit). Dass der Versuch dem entgegen zu wirken in die tight anliegende Hose gehen kann, muss an dieser Stelle nicht zusätzlich erwähnt werden. Wenn sich die Crystal Stilts auf ihrer zweiten Platte nun Granden (die Subjektivität des Rezensenten wäre hiermit endgültig offen gelegt) wie The Jesus & Mary Chain, Velvet Underground oder den Gun Club zum Vorbild nehmen, so ist man bei erster Betrachtung zwar überaus hellhörig, gleichzeitig aber auch sehr, sehr vorsichtig. »Alight of Night«, das Debütalbum der fünf Herren aus Brooklyn, war bereits eine Hommage an die psychedelische Seite des Rock’n’Roll, diverse 60ies Referenzen inklusive. »In Love With Oblivion« wirkt nun etwas weniger sperrig und dadurch umso eingängiger. Die Experimente wurden teilweise von melodischeren Elementen abgelöst und vieles erinnert dabei auch an die Briten The Horrors mitsamt ihrer Zitatsammlung »Primary Colours«. Jedoch ist es bei all den offensichtlichen Referenzen oft schwierig, eigene Räume für sich auszufüllen. So leider auch hier, wo die zunächst aufgebaute Spannung ab der Mitte schnell abfällt. Was bleibt, ist das Rad mitsamt der überwiegenden Vorsicht des Rezensenten.