Styrofoam / Ulrich Schnauss

»I'm What's There To Show That Something's Missing« / »A Strangely Isolated Place«

Morr Music / City Centre Offices

Teil 328 in der Rubrik »Wie geht’s weiter im Bereich Indietronics?«: Zwei Musiker, zwei gar nicht so unterschiedliche Ansätze.
Arne van Petegem alias Styrofoam lehnt sich auf seinem dritten Longplayer für Morr nicht allzu weit aus dem Fenster und bleibt sich und seinem Label sound-technisch treu: Ordentliches Rumpeln, amtliches Knistern, dazu ein paar holprige Beats im Hintergrund und ein wohliges Gefühl verbreitende Melodiebögen. So weit, so bekannt. Neu ist auf »I’m What’s There …« der verstärkte Einsatz von Akustik-Gitarre und im Vordergrund stehender Gesang, zu dem van Petegem von seinen Tour-Kollegen Opiate und Lali Puna ermutigt wurde. Wieder einmal die viel zitierte Hinwendung von Elektronik in Richtung Song also. Abstraktes und Pop liegen hier wunderbar nebeneinander, und für einige der so entstandenen Stücke, wie den grandiosen Opener »The Long Wait«, kann man ruhig schon mal ein Taschentuch bereit halten.
Ulrich Schnauss geht auf seinem zweiten Album nach dem wirklich guten, aber doch ein wenig überbewerteten Debüt »Far Away Trains Passing By« in eine etwas andere Richtung. Warme Synthieflächen treffen auf mit Hall beladene Gitarrenakkorde, Helden der Shoegazer-Bewegung der frühen Neunziger wie Slowdive oder natürlich My Bloody Valentine lassen grüßen. Hie und da steuert Judith Beck zärtlich dahin gehauchten Gesang bei, der hauptsächlich die Funktion eines weiteren Instruments übernimmt. Das Schlagwort heißt Atmosphäre. Das hier ist Musik zum Autofahren, herrlich melodiöser Kitsch, der immer Schönheit verstrahlt, aber auch mal gerne äußerst langweilig rüberkommt.
Beiden Alben geht es um Pop, beide Musiker gehören zu den Guten, keine Frage.