The Donnas

»Gold Medal«

Atlantic

The Donnas sind die wohl verführerischsten Epigonen im Rock-Geschäft. Sie haben AC/DC absorbiert, die Ramones verinnerlicht und daraus einen Sound von bezwingender Selbstverständlichkeit geformt. Die vier Mädls aus der Umgebung des hippiesken San Francisco geben nichts auf krampfig geschlechterkämpferische Gesten, sondern vertrauen viel lieber auf ihre Wirkung und dem Spaß am Rock’n’Roll. Diese Besonderheit stellen sie nun mit ihrem mittlerweile fünften Album »Gold Medal« erneut unter Beweis. Allerdings sind die knallenden straight-ahead-Songs von einst zugunsten auffällig poppiger und vor allem bluesiger Stücke gewichen. Eine kreative Ausweitung, die ihnen (zumindest noch) nicht zum Vorteil gereicht. Gewiss ist »Fall Behind Me« als einer der besten Nummern ihrer zehnjährigen Karriere zu werten, aber die neuen Einflüsse scheinen auch ein wenig von ihrer bislang Staunen machenden Energie abgezogen zu haben. Kurzum: »Gold Medal« fehlt es streckenweise an jener »attitude«, die an Vorgänger-Alben wie »Spend The Night« (2003) oder »Turn 21« (2001) so ansteckend war. Freilich: Unwiderstehlich sind sie immer noch. Keine Frage.