Walter Malli

Geh

PAO Records

»Willkommen im Narrenturm« wird man geheißen, nimmt man die CD aus dem Cover und enthüllt damit den dahinter liegenden Text. In Anbetracht dessen, was hier zum Besten gegeben wird, ist diese Begrüßung passend: Gemeinsam mit Peter Kowald, Sunny Murray und dem exzentrischen Eugene Chadbourne interpretiert Walter Malli Wienerlieder. Prost, denn »Beim Wein derfst net fad sein«. Im Rahmen des alljährlich stattfindenden »Kaleidophons« im oberösterreichischen Ulrichsberg war 1994 diese von Malli lange erträumte Supergroup zu hören. Was selten gelang, ist die verhatschte Wienerliedstimmung zu transportieren – weil die Aufnahme nämlich ein freejazziges Feuerwerk ist, aylersche Anflüge von Rauschigem, Tranceartigem sind eher bestimmend als Melancholie. Aber im Endeffekt ist das dann wieder ganz nah dran am Wienerlied, führt man sich nach einigen Vierterln »Our Prayer« zu Gemüte, wähnt man ja selbst Albert Ayler als echten Wiener. Völlig ausbrechen tut aus dieser Lesart nur die countryesk dahinstolpernde Gitarre Chadbournes, sie fügt sich aber bestens ins Gesamtbild ein. »Amal geht’s no« – mindestens!