Lone

»Galaxy Garden«

R&S Records

1972 fragte Roland Barthes in der »Körnung der Stimme«: »Sind wir zum Adjektiv verurteilt?« Er meinte die Musik und schlug zur Verdeutlichung als kleines Gesellschaftsspiel vor, einmal von eben dieser zu sprechen, ohne ein einziges Adjektiv zu benützen. Nun ja, wahrlich keine einfache Angelegenheit, erst recht für eine Albumbesprechung, aber wir wollen es trotzdem mit der neuen Scheibe von Lone einmal probieren. Los geht’s: Herausgekommen auf R&S Records, dem Label mit dem Pferd im Wappen, quietscht einem dieses Cover förmlich ins Gesicht. Vergleiche mit Farbe, Wasser und Weltraum drängen sich auf. Hach!, wie schön könnte man da jetzt Beschreibungen einflechten und Korrespondenzen zwischen Form und Inhalt herausstellen (das eben war übrigens ein Adverb, ausgetrickst ??). Die Stücke indes haben einen bald in der Hand, gewinnen gar mit jedem Hördurchgang noch an Boden, insofern man sich selbst bei dem hektisches Hin und Her zwischen den einzelnen Ebenen von HipHop, House und Hardcore nicht zuviel Gehüpfe abverlangt sieht. Ständig werden irgendwo Flächen auf Hochglanz poliert, Nostalgie im Dampfkochtopf auf 1991 Grad aufgebrüht, Komplexität erst erzeugt, dann in Synästhesie aufgelöst. Nach knapp einer Stunde Verschwurbelung das Prädikat: Man muss das schon mögen. Es klingt so ?? so ?? 2012. Uffa, geschafft.