Pet Shop Boys

»Fundamental«

Parlophone/EMI

Ein mittelmäßiges Pet-Shop-Boys-Album ist ja irgendwie immer auch gleich ein schlechtes Pet-Shop-Boys-Album, denn wenn eine der sympathischsten, besten und wichtigsten Pop-Bands überhaupt, die noch dazu locker ein Dutzend der unsterblichsten Songs aller Zeiten auf ihrem Konto verbuchen kann, eine bloß durchschnittliche Platte abliefert, herrscht vor allen Dingen eins vor: große Enttäuschung. Eine solche ist »Fundamental« nun leider geworden. Die Herren Tennant und Lowe gehen hier auf Nummer sicher und legen eine sicherlich gefällige Sammlung grundsolider Synthiepop-Songs vor, die sich größtenteils im Mid-Tempo-Bereich bewegen. Alles schön und gut, aber das hatten wir schon viel, viel besser. Sehr unangenehm stoßen aber dieses Mal die Texte auf, deren sozial-kritische, ja, bisweilen politische Ambitionen weit übers Ziel hinausschießen. Da wird beispielsweise, wenn auch ein wenig augenzwinkernd, der gesamte Planet und dessen hedonistisches Treiben im gleichnamigen Song als »The Sodom And Gomorrah Show« verdammt. Wenn so was von den Pet Shop Boys kommt, muss man sich dann doch wundern. Und erst die superwitzig superkritischen Anspielungen auf Bush und dessen Politik, nun ja, das hat man auch schon mal differenzierter, mit weniger Fleischerhammer aufs Aug gedrückt bekommen. Am ehesten überzeugen noch die Balladen, die handeln von einfacheren Dingen, Liebe und so. Logisch, immer noch eine große Band, zwischendurch immer mal wieder ein Album, das jetzt nicht soo der Hammer ist, geht total in Ordnung.