»Fourteen« © Viennale

Freundschaft und Verantwortung in Brooklyn

Seit ihrem vierzehnten Lebensjahr sind Mara und Jo beste Freundinnen. Obwohl sie sich so nah sind, verlaufen ihre Leben äußerst unterschiedlich. Dan Sallitt beschreibt in »Fourteen« sensibel die Spannungen und Muster zwischen den zwei Polen.

Mara (Tallie Medel) wird als Kind von Jo (Norma Kuhling) vor ihren Mitschüler*innen beschützt, seitdem gehören sie zusammen. Mit prekären Jobs und den typischen Beziehungskisten haben sie beide zu kämpfen, doch die Persönlichkeiten sind verschieden. Während Jo nach außen hin selbstbewusst wirkt, jedoch ein tief unsicherer, unstabiler Mensch ist, hat die zierliche Mara ihr Leben mehr oder weniger im Griff. Und geht es der von Zweifeln geplagten Jo schlecht, ist Mara ihre Ansprechpartnerin.

Dass diese Dynamik nicht lange gut geht, ist nicht schwer verwunderlich. In langen Gesprächsszenen, bei denen Regisseur Dan Sallitt die Kamera still auf die beiden Protagonistinnen halten lässt, wird die Spannung gut sichtbar in der Art, wie Jo von sich spricht und die kleine, stille Mara bloß als Helferin zu Wort kommt, untergeht. Allerlei Probleme nagen an dem Band der Freundschaft und als Zuschauer*in sieht man, wie es sich nach und nach löst. Sallitt stellt Fragen darüber, was Freundschaften ausmacht, wie sie funktionieren – und wie auch nicht. Und die Frage, welche Verantwortung man Freunden gegenüber hat – aber auch gegenüber sich selbst.

»Fourteen« läuft bei der Viennale 2019 am 30. Oktober um 18:30 Uhr im Urania und am 1. November um 13:00 Uhr im Urania gemeinsam mit dem Kurzfilm »Caterina« in Anwesenheit von Dan Sallitt.

Link: https://www.viennale.at/de/film/fourteen