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Die Verzweiflung des Überzüchteten. At The Drive-In und Trail of Dead galten in den verendenden Neunzigern als DIE Rezeptur um die Klangkünste des Rocks in all seinen rohen Underground-Segmenten inkl. PostCore, Emo, Hardcore-Pop, New Instrumentalism, Krauteln und Gnideln neu zu formulieren, Masse anzuziehen ohne Hirnwert zu verlieren oder vor den Schwänzen der Kommerzpimps demütig die Hose runterzulassen. Und es gelang eine Zeit. Doch wie jedes Gewässer kippen auch Musiklandschaften. So bliesen sich Trail of Dead mit Bläsern und Zitatdschungeln in unerträgliche Bombastwälle auf. ATDI lösten sich einfach auf, mutierten in die schalen Sparta und in den Gegenbeweis, dass der Weg in den puren Konzeptrockwahnsinn, in Godzilla-Songs aus wuchernden Jam-Strukturen und kopflastigem Irrsinn, wie man es vom unseligen Ende der Siebziger nie wieder aufzutauchen hoffte, auch funktionieren kann. Das war Mars Volta. Genial größenwahnsinnig und unberechenbar für genau eine EP und CD. Jetzt ist auch dieses Gewässer gekippt. Santana gone Kopfkrebs. Exspect a Career of Headaches …

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Text
Paul Poet

Veröffentlichung
04.03.2005

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