Mc Enroe

»Five Years In The Factory«

Vertical Form

»I’m dope, you know it, I’m dope!« behauptet McEnroe, 26-jähriger Rapper aus Vancouver. Wenn das jemand behauptet, der in seinen rein instrumentalen Stücken so klingt wie einer, der das verbotene Wort sogar im Namen trägt – die Rede ist von Kenny Dope Gonzales, bevor er beschloss, sich von nun an vorwiegend um Schinkenstraßen-Latino-House zu kümmern – hat man das erst einmal hinzunehmen. Wenn dieser jemand es dann auch noch schafft, politische Korrektheiten bar jeder Peinlichkeit mit einem Flow zu rappen, der es mühelos mit alten Hochglanzproduktionen von A Tribe Called Quest oder De La Soul aufnehmen kann, kann man noch viel mehr: ihm glauben nämlich.

So zum Beispiel, dass er erst über seine Liebe zum Hip Hop Al Green zu schätzen lernte. Hip Hop wird hier als bewusste Abkehr vom Mainstream unter Rückbesinnung auf inhaltliche Werte gedeutet: »Hip Hop is more than dashing a new cheque! «

Wer sich so viel Attitüde akademisch und langweilig vorstellt, wird maßlos enttäuscht, denn McEnroe ist ein hervorragender Geschichtenerzähler und ein noch besserer Musiker mit Sinn für eingängige Melodien und markante Samples. Jede Nummer auf »Five Years In The Factory« verfügt auf über einen eigenständigen stimmungsvollen Groove und wird politischen wie künstlerischen Ansprüchen gleichermaßen gerecht, ohne auf den Tanzboden zu vergessen. Erinnerungen an vergangene Großtaten der Delinquent Habits werden wach. Zwischen Arthouse und Blockbuster, zwischen Native Tongue und MTV. Essenziell!