Coloma

Finery

Ware

»Silverware«, Colomas hymnisch gefeierter Erstling, darf mit Sicherheit zu den Alben des Jahres 2002 gezählt werden. Die beiden in Köln ansässigen Engländer Alex Paulick und Rob Taylor vollbrachten mit ihrer Platte die Symbiose vom – wenn man so will – Besten aus beiden Welten. Soll heißen: das perfekte Verschmelzen von klassischem, zutiefst englisch anmutendem Popsong mit minimaler Elektronik. Nenn‘ es nicht Techno- oder gar Elektropop!
In der gleichen Gangart führt »Finery« fort und baut aus. Der Titel – »Finery« bedeute soviel wie Sonntagskleid – deutet an, was die Platte ausmacht: Eleganz ohne schickes Posen. Unaufdringlich bilden Paulicks wunderbar mit warmen Klängen von Klavier oder Vibraphon verwobenen Cuts’n’Clicks einen flauschigen Teppich für Taylors über allem ruhenden Gesang, der das tragende Element der Stücke ist. Texte, bei denen auch mal wieder der Inhalt von Relevanz ist, fragile Beats, Saxophon und Streicher, die ab und an mal im Studio vorbeikommen, schieben der im Techno grassierenden Kühle einen emotionalen Riegel vor, der meilenweit von Kitsch entfernt ist. Hier bleibt elektronischer Schnickschnack unterstützend im Hintergrund und trägt zur Entstehung von echten Songs bei. »Finery« ist von vorne bis hinten voll mit zauberhaftem Pop, der direkt ins Herz trifft, und hat mit der Nummer »Coat of Senses« auch noch einen Anwärter für den Titel »Stück des Jahres« im Rennen.