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Fehlfarben – 22.03.06, Arena

Am Mittwoch haben nach konsequenter Promotion seitens FM4 die Fehlfarben gespielt. Eine Band, die spätestens seit dem Erfolg von Jürgen Teipels »Verschwende deine Jungend« für Vergleiche und Stammbaummalen herhalten müssen, quer durch die deutsche Sumpfkultur. Wiederentdeckt, reuniert, wieder vereinnahmt.

Ein Grund wütend zu sein? Oder traurig? Oder froh?

Ich weiß nicht was Peter Hein fühlt, der die Dämonen aus dem Sack gelassen hat. Manchmal wird man halt unfreiwillig zum Werbetexter seiner Generation. Vielleicht sogar zweimal.
Mittwochs unentschlossen.
Sich selbst kopieren ist ihnen gelungen, alte Stücke in neuem Gewand mariniert. Dazwischen liegt ein Grauschleier über der Stadt, man freut sich, man nickt, Grauzone. Die Fehlfarben spielen alte Hits, aber sie wiederholen sich nicht, wirken nicht wie ein paar abgetakelten alte Herren (und Dame), die bloß besingen, was vor Jahren war. Dennoch: Von Abenteuer und Freiheit war an diesem Abend nichts zu bemerken, auch wenn Peter Hein die wilde 13 besungen hat, der Funke, der Takt, der alle zum Tanzen bringt, sprang nicht über. Nicht mal zum Heulen war mir, dabei heult sich’s bei den Fehlfarben so schön, und sie haben »Paul ist tot« gespielt.

Ich glaub es lag am Mittwoch, die Halle war längst nicht ausverkauft, die Stimmung mau. Aber: Peter Hein kann nichts dafür. Also noch kein Grund den Rhein in Flammen zu legen. Höchstens den Mittwoch, den könnte man streichen.

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Text
Sanna Samsara

Veröffentlichung
31.03.2006

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