Tindersticks

Falling Down A Mountain

4AD/Beggars Group/Edel

Mit den Tindersticks ist es so eine Sache: Entweder man mag sie, oder eben nicht. Im Besonderen geht es dabei um den markanten Nuschelgesang von Stuart Staples. Inwieweit die Musiker der inzwischen im Kern auf ein Trio geschrumpften Bande austauschbar sind lässt sich aus der Distanz schwer beurteilen. Jedenfalls klangen die beiden Soloalben Staples‘ auch nicht gerade völlig anders. Nach dem famosen Mini-Comeback mit »The Hungry Saw« meinte man die Band wieder gut in Form, »Falling Down A Mountain« hinterlässt wieder einen zwiespältigen Eindruck. Erstens weil Staples anscheinend weniger Wert auf die knappen, stark repetitiven Texte zu legen scheint und zweitens weil – wenn auch nur wohldosiert – der Jazz Einzug ins Streichhölzer-Universum gefunden hat. Am prägnantesten tritt dieser beim Titelstück mit grellen Bläsern zu Tage, in dem man sich in einen verrauchten, düsteren Jazzclub der 1950er Jahre versetzt fühlt. Der Rest bietet nicht allzu viele Überraschungen (außer dass auf die manchmal schon überzogene Opulenz verzichtet wurde), dabei aber wie etwa der Lieblings-Rotwein, den man einmal für sich entdeckt hat, auch nicht enttäuscht. Angenehm auffällig werden das kraftvolle »So Alone«, das anrührende »Factory Girls« und das obligatorische Duett »Peanuts« (Partnerin ist diesmal Tom-Waits-Muse Mary Margaret O?Hara). Staples ist ja mittlerweile tatsächlich Wahlfranzose und in seinem Le-Chien-Chanceux-Studio wurde die CD auch aufgenommen. Vermutlich wurde dabei viel Rotwein getrunken, der den Dandy Staples – wie in »Factory Girls« zu hören – nachhaltig traurig stimmt (»It?s the wine that makes me sad, not the love I?ve never had«).