Four Tet

»Everything Ecstatic«

Domino

Folktronica ade! Kieran Hebdan macht Schluss mit gefälliger Gemütlichkeit und zeigt uns seinen Plattenschrank. War Four Tets Vorgänger-Album »Rounds«noch eine nette, kleine Platte im Spannungsfeld zwischen brutzelnder Elektronik und zart gezupfter Gitarre, der Schönheit wie Beliebigkeit nur schwer abzusprechen waren, so macht »Everything Ecstatic«, das nunmehr vierte Four Tet-Album, nicht den zu erwartenden Schritt weiter in Richtung Pop und Song, sondern den der Totalverweigerung. In den rein instrumentalen Stücken, die zwischen 20 Sekunden und acht Minuten lang sind, fließen die unterschiedlichsten Stränge von Krautrock bis HipHop, von Jazz bis Ambient ineinander, im Hintergrund rumpelt der Beat, entfernt sind Zitate vernehmbar, die akustischen Spuren verwischen. Aberwitzige Drum-Solos, Glockenspiel und Flöten, Sun Ra und Can treffen sich in den 36 Kammern des Wu. Obwohl die Platte an allen Ecken und Enden wuchert und ein weites musikalisches Einfluss-Spektrum ausstellt, wirkt sie nie überfrachtet, bemüht oder angeberisch: »Everything Ecstatic« hält spielerisch die Balance zwischen Groove und Psychedelik, zwischen Dance-Floor und Noise und hat bei aller Verschrobenheit noch so nebenbei ein paar Stücke auf Lager, die durchaus als Mini-Hits funktionieren könnten. Space is the place!