Tied & Tickled Trio

Electric Avenue Tapes

Clearspot

Eine alte, von rotem Staub bedeckte Bandmaschine ziert das wieder einmal wunderschöne Cover. Semiotiker, ans Werk! Eine Live-Platte hätte dies werden sollen, wegen technischer Probleme wurde das Ding aber dann in einem Studio (eben »Electric Avenue Studio«) eingespielt, wenn auch in einem Take. Ein wenig hat sich insofern geändert, als auf dieser Einspielung Johannes Enders nicht dabei ist, Hauptbläser ist somit Ulrich Wangenheim (Tenorsaxophon) – und da freejazzelt es oft ganz schön und heftig. Keine Gewaltausbrüche, aber sehr freies, für das T+T Trio ungewohnt intensives, spontanes Spiel über eben sehr strenge Rhytmik. Manchmal finden sich auch tolle Melodielinien, besonders von Markus Achers Piano. Andreas Gerths Elektronik erscheint mir etwas dichter und (yeah, space!!) verhallter geworden zu sein. Und da ist noch die Frage, ob man auch in unseren Gefilden Bässe in WordSound-Untiefen hinunterstimmen kann. Aber klar, dass hier einiges anders als gewohnt klingt, war doch auch die Herangehensweise eine gänzlich andere als bei den »regulären« Studioaufnahmen (siehe skug Vol. 41). Besonders hervorzuheben ist »Sevastopol«, hier auf neun Minuten ausgedehnt, ein Track, den man »Trance« betiteln müsste, wäre diese Schublade nicht schon vergeben. Smoke it!

Mehr zum Tied & Tickled Trio gibt’s auf der Clearspot Homepage.