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Zweimal konzeptuelle Kost aus den Tiefen des Mikrosounds des Wiener Labels: Als Basismaterial für »Drink_Deep« dienten dem kanadischen Komponisten und Musikprofessor Philips Aufnahmen der 1980s-Emocore-Band Rites of Spring (Vorgängerband von Fugazi). Davon übrig geblieben ist etwas mehr als eine Ahnung, die von einem dezenten, weit im Raum verhallenden Pianospiel konterkariert wird. Dabei geht das sechste Album Philips als eine Art Remixplatte durch, bei der die originale Musik aufs Minimalste reduziert wurde, um zum emotionalen Kern von Rites of Spring durchzudringen. Im Fall von »Drink_Deep« lassen sich die Gemeinsamkeiten zwischen Post-HC und Minimal-Electronica auf das Wechselbad der Gefühle durch Gitarrenmusik und deren elektronische Interpretation ausmachen. Spannender Ansatz, kann mich aber nicht wirklich überzeugen. »Falte«, die CD-Dokumentation einer 8-Kanal-Installation der Soundkünstler Schurer/Steinbrüchel, geht auf Zeit- und Raumfaltungen zurück, wie sie in der Mathematik oder Philosophie zwischen G.F. Leibniz und Bergson anzutreffen sind. Wobei als Grundüberlegung surrealistische Techniken dienten. Abgesehen von diesen theoretischen Konzepten kommt »Falte« als ein sehr flächiges und ein klar reduziertes Soundamalgam aus Drones und stehenden Frequenzen daher, die sich an der Einebnung von Raum- und Zeitwahrnehmung abarbeiten. Hat man so oder ähnlich schon gehört, sozusagen klassische Ambient-Musik mit einigen gut getimten, akustischen Stolperfallen.

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