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Der italienische Saxophonist und Blasinstrumentalist Actis Dato war für mich schon immer schwer einzuordnen. Ob er nun frei oder modern oder offen oder einfach er selbst ist, ist weiterhin ungeklärt. Auf dem ersten Opus spielt Actis‘ Band einen seltsamen Stilmix ohne erkennbaren Fokus und stringente Soli, wobei das Spektrum Electro-Free-Traditional-Funk-Jazz umfasst und besonders geschmacklos ist (oder hat man sich das in diesem Genre zur Regel gemacht?). Seit den 80er Jahren sind alle Arten überflüssiger Musik fester Bestandteil des Jazz, dabei ist keine einzige auch nur von funktionalem Wert (wie Fusion für Wettervorhersagen oder als Intermezzi zwischen den Nachrichtenblöcken in TV und Radio).
»The Moonwalker« ist eine Montage von Solos und geklauten Mitschnitten von diversen Tourneen durch Japan, Marokko oder Indonesien. Die Titel sind mindestens so schlecht wie das Gesamtkonzept und das Ergebnis: »Arigato«, »Bad Rap 3«, »Basta la Pasta«, »Mambo N° 55« oder das sehr inspirierte »Kathmandu« (raten Sie einmal, wo das aufgenommen worden ist). Ich kann mir gut vorstellen, dass hier großzügig öffentliche Gelder zur Verfügung gestellt wurden, um unseren Künstler in fernste Länder zu fliegen. Ein einzelner Musiker aus Mali oder Indonesien könnte damit vermutlich 20 Jahre lang sorgenfrei künstlerisch tätig sein. Aber wen in Westeuropa kümmert das schon?

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