Sternenbuschweg

»Die Unvollkommenheit«

Wo man noch vor einiger Zeit diese Band eher als »Laziest Band Alive« gekürt hätte, kam nun die Folge-EP schon nach neun Monaten. Wenn man bedenkt, dass die vier Jungs aus Berlin für ihr letztes Album »Mein Herz schlägt weiter jeden Tag« sage und schreibe neun Jahre gebraucht haben! Aber all dies kümmert das Quartett wenig, selbst Talentscouts haben sie abgewiesen, mit der Begründung: Sternenbuschweg will nicht in diese Musikmaschinerie gesteckt werden. Auf jeden Fall eine ehrliche Einstellung, da könnten sich so manche Musiker, die sich für einen Nickel verkaufen würden, eine Scheibe abschneiden. Mit Stolz tragen sie diese Haltung in die Welt hinaus und das mit Recht, wie im Song »Auf unsere Art«. Hier finden sich drei komplett neue Songs wieder, die restlichen vier bestehen aus Neuaufnahmen und Tracks, die es nicht mehr auf das letzte Werk geschafft haben. Mit welch einer Unbeschwertheit diese Band ihre Musik zelebriert ist schon fast unglaublich. Auch ein Gefühl der Wehmut, des Verträumt seins oder der Sehnsucht durchzieht die Songs. Der Albumtitel lässt wohl auf etwas anderes schließen, denn man kann auf »Die Unvollkommenheit« kaum etwas besser machen. Aussagekräftige Lyrics und die sehr melodische Musik mit einem Schuss Melancholie und einem Hang zum Britrock der 1990er Jahre sind die Geheimzutaten dieser leider noch recht geheimen, unbekannten Band.