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Die irische Form des Blues

Unter dem Motto »Seven Drunken Nights« gastierten die irischen Folk-Haudegen The Dubliners im Wiener Metropol.

The Dubliners sind eine Institution der irischen Musik. Vor dem Konzert ihrer Seven Drunken Nights-Serie im Wiener Metropol konnte man sie Backstage den Donauwalzer anstimmen hören. Symptomatisch für einen Abend, an dem die Grenzen zwischen Irland und Österreich zunehmend verschwanden – sind wir nicht doch alle Europäer? Zumindest im Vierviertel-Takt konzentriert sich Europa auf den kleinsten gemeinsamen Nenner aus irischen Pubs und österreichischen Bierzelten: Mitklatschen und mitgrölen – und im Takt mit dem Fuß wackeln.
The Dubliners sind eine seit Jahrzehnten erprobte, sehr gute Liveband, die ihr Publikum in jedem Fall gewinnt. Warum irische Musik eigentlich so beliebt ist, wird zur grundsätzlichen Frage. Vermutlich wegen der schönen, eingängigen Melodien, die immer wieder ins Moll rutschen und so vielleicht gar eine archaische Sehnsucht bedienen: Nach der Ferne, nach der Liebe, nach der fernen Liebe oder nach der Liebe, die in der Ferne vermutet wird. Die Projektionsfläche Amerika lässt sich ohnehin überall aufspannen.
Als der Mandolinist und der Leadgitarrist der Dubliners einen Walzer anstimmten, war das die Grinzianisierung des Irish Folk – nie waren Dublin und Wien einander näher als in diesen Momenten im Dreiviertel-Takt. In jedem Fall war es wieder einmal ein spezieller Abend. Whiskey in the jar und noch ein Vierterl Wein, bitte – »and one more heavy beer, please.«

>> www.wiener-metropol.at

Home / Musik / Artikel

Text
Jürgen Plank

Veröffentlichung
08.09.2003

Schlagwörter

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