Bubba Sparxxx

Deliverance

Beatclub

»Deliverance« – ein Titel, der nichts Gutes verspricht. Immerhin bezieht sich nun (nach Mick Harris/Scorn) auch Timbalands Antwort auf Eminem auf John Boormans legendären 1972er Film, in dem ein paar Großstädter (unter ihnen Burt Reynolds) eine vergnügliche Flussfahrt unternehmen wollen (im Sinne der 1970er »Back To Nature/Fit For Fun«-Ideologie) und währenddessen u.a. Ned Beatty von zwei Hillbillies dazu aufgefordert wird, die Hosen runterzulassen und beim darauffolgenden unfreiwilligen Intimkontakt mit der Landbevölkerung gefälligst wie ein Schwein zu quieken. Wo soll das noch enden? Wir empfehlen H. G. Lewis‘ »2000 Maniacs« (tote Südstaatensoldaten entsteigen ihren Gräbern und metzeln Yankee-TouristInnen unsanft nieder) oder »Southern Comfort« (Nationalgardisten verirren sich bei einer Übung in den Swamps im doppelten Sinn und erleben eine Art Vietnam im eigenen Land mit jeder Menge Cajuns als Vietcongs). Jedenfalls gehen hier Banjos, Fiddles, Mundharmonicas, dreckige »Bad Boy For Life«-Blues-Licks zusammen mit Timbalands-Sub/Dub-Bässen (temporäre) Koalitionen, deren Sprengkraft schier unvergleichlich scheint, ein. Zusätzlich kommt jeder Track so daher, als läge ihm jeweils eine neue (natürlich gelöste) rhythmische Problemstellung zu Grunde. Und wenn dann bei »Overcome« die Southern Second Line-Blaskapelle zum verhatschten HipHop-Marsch aufspielt, wundern Gastsänger wie Justin Timberlake (»Hootnanny«) auch nicht mehr. Neben Timbaland legen sich jedoch auch Organized Noize gehörig ins Zeug und katapultieren Bubba mit Tracks wie »Like It Or Not« und „Back In The Mud« direkt ins OutKast-P-Funk-Terrain! Und wenn Herr Sparxxx demnächst mit einem White Panther-T-Shirt gesichtet wird, wundert es mich auch nicht.