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Cut Worms

»Transmitter«

Jagjaguwar

Cut Worms ist vor allem der aus Ohio stammende und in Brooklyn lebende Musiker Max Clarke. Den Namen hat er aus einem Gedicht von William Blake, in dem es heißt: »The cut worm forgives the plow«. Er machte 2017 mit seinem ersten Release »Alien Sunset« auf sich aufmerksam, einem Lo-Fi-Americana-Werk mit Psychedelic-Rock-Einflüssen. Es folgten einige Tourneen, wo er als Support Act fungierte, unter anderem bei Kevin Morby und The Lemon Twigs. Über die Jahre wurde der Sound immer gefestigter und benötigte den Mantel des Lo-Fi nicht mehr, hinter dem sich Cut Worms anfangs versteckte, gelungene Alben wie das letzte S/T-Album 2023 waren das Ergebnis. 2024 war die Band mit niemand Geringerem als Alternative-Country-Legenden Wilco auf Tour. Die Musiker konnten sich scheinbar gut riechen und so lud Wilco-Frontmann Jeff Tweedy Cut Worms in sein legendäres Chicagoer Studio The Loft ein. Erste gemeinsame Aufnahmen entwickelten sich vielversprechend und so kam es, dass Tweedy das neue Album »Transmitter« produzierte. Wenn man überlegt, was diese beiden Musiker verbindet, so ist der gemeinsame Nenner wohl eine gewisse ruhige Klarheit, ein gewisser Laid-Back-Zugang zu Musik. Die Songs auf »Transmitter« sind fast alle basiert auf dem Akustikgitarrenspiel von Clarke. Dazu kommen dann E-Gitarre und E-Bass, immer wieder von Tweedy gespielt, sowie Drums und Klavier. Immer wieder finden sich auch etwas exotischere Instrumente, wie eine Ziehharmonika in »Evil Twin« oder ein Hackbrett in »Shut in«. Die gelungenste Nummer ist aber »Windows on the World«, voller dunkler, aber nicht negativer Nostalgie, mit einer Pedal Steel Guitar und der wunderschönen Zeile »On a clear day you can see almost forever«. Auch der Album-Closer »Dream« ist besonders hervorzuheben, das einzige Klavierstück beendet das Album mit großen Gefühlen von Melancholie und Vermissen. Max Clarke schafft es, sich auf »Transmitter« ein Stück weiterzuentwickeln. Er spielt nicht nur die routinierte Sixties-Rock-Hommage, was auch schon fantastisch funktionierte, sondern macht gemeinsam mit Jeff Tweedy einen Schritt aus der Komfortzone und trifft einen sehr speziellen Punkt, der nostalgisch juckt.

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