Crash Toto

»The Riptoffer E.P.«

Kraak

Für 20 Minuten noisigen Lo-Fi-Garage-Punk muss eigentlich nicht so ein Aufriss veranstaltet werden. – Mit dieser lapidaren Bemerkung könnte ich es hier schon bewenden lassen und die Promo-Copy in den Plattenschrank räumen. Ich ergänze aber noch, dass die einseitig bespielte 12″ wirklich gute Laune macht und zum Frühjahrsputz eine ideale akustische Ergänzung zum Staubsauger sein kann, und außerdem ist es ja auch so, dass der »Underground« von solchen kleinen Veröffentlichungen lebt. Hier toben sich Musiker aus diversen anderen eher obskuren belgischen Projekten im Trio aus, und als historisches Vorbild fallen mir bei dieser Art von Geschrammel immer die Swell Maps ein oder so Krachschläger aus den frühen 2000ern wie die Hunches oder Hospitals. Solide gelärmt, gibt’s nix dran zu meckern. Noch ein Wort zur bereits angedeuteten Lebendigkeit und der Notwendigkeit kleiner Formate: Das belgische Kraak-Label hält sich auch unter Pandemie-Bedingungen tapfer und bleibt kreativ. Bereits im letzten Frühjahr startete das Label unter dem Titel »Spring Brakers« eine Online-Veranstaltungsreihe (und dazu begleitende Radioshows) für die unterschiedlichsten musikalischen Genres und zur Kompensation der Tatsache, dass eben seit letztem März bzw. seit mittlerweile über einem Jahr vor Publikum bzw. »in echt« nichts mehr geht (und wer weiß, wann wieder was geht). Künstler*innen (überwiegend aus dem direkten Umfeld des Labels) wie Ka Baird, Vica Pacheco, YOR, Kramp oder Orphan Fairytale sind in diesem Rahmen aufgetreten und zur Dokumentation hat das Label zum Ende des letzten Jahres mit »Spring Brakers in Print« eine kleine Publikation herausgegeben, die anhand von begleitenden Texten einen Rück- bzw. Überblick über alle erfolgten (Radio-)Shows gibt und dazu via QR-Code archivierten Online-Content zugänglich macht. Die kleine Broschüre ist ebenfalls über die bandcamp-Seite des Labels erhältlich und kann immer noch für anregende Momente auf der Couch sorgen – Zeit totschlagen müssen wir ja alle noch, bis wir eben wieder hinaus und in Clubs dürfen, um uns vor Bühnen und an der Theke die Nächte um die Ohren zu schlagen.