Cover The World

Aktuelle CDs laden zum Lounging und Abtanzen zwischen New York, London und Taschkent ein. Neu ist auch der Putumayo-Sampler »Cover the World«, mit dem zum zehnjährigen Bestehen des Labels gratuliert werden kann.

Sehr vielfältig ist die Musik Armeniens: Die traditionellen und sakralen Gesänge aus der kleinen Ex-Sowjetrepublik, vorgetragen von LE MAITRES DE MUSIQUE D’ARMENIE, zeugen von Spiritualität, Traditionsbewusstsein und einer abwechslungsreichen Geschichte. Das bereits im 3. Jahrhundert christianisierte Land am Kaukasus sah im Laufe der Jahrhunderte Slawen, Muslime, Römer, Perser, Araber, Mongolen und zuletzt Türken und Russen kommen – und sah sie auch wieder gehen. Vielleicht schwingt deshalb in den Stücken immer auch etwas Melancholie mit, die Maitres spielen auf traditionellen Instrumenten wie Dehol und Daf (Trommeln) und der Chevi (Flöte).
Aus Usbekistan stammt die 25jährige Sängerin SEVARA NAZARKHAN. Aufgenommen wurde ihr internationales Debütalbum »Yol Bolsin« in Taschkent und in Paris, gemischt in den Studios von Peter Gabriels Real World-Label, auf dem die CD auch erschienen ist. Sphärische Keyboardklänge und Samples, in Abwechslung mit Instrumenten wie der mehr als 500 Jahre alten zweisaitigen Doutar, geben dem Album seine besondere Atmosphäre: Hier wird Tradition mit Popmusik verbunden und der Blick in historische Tiefen zugelassen. Dazu Nazarkhans glasklare Stimme – ein stimmungsvolles Meisterwerk!
Zum zehnjährigen Bestehen des Putumayo-Labels zeigt der Sampler »COVER THE WORLD«, wie Welthits rund um den Globus reflektiert werden. Die vertretenen Musiker covern Pop/Rockhits: Von Curtis Mayfields »Hit The Road Jack« (interpretiert vom deutschen DJ-Team Mo‘ Horizons) bis zu Lou Reeds »Walk On The Wild Side«, das der katalanische Sänger Albert Pla ziemlich relaxed mit akustischer Gitarre und Orgel covert, der Chor erinnert hier eher an The Gypsy Kings als an Velvet Underground. Interessant wird dieses Konzept, wenn in Frankreich aufgewachsene Senegalesen Totos »Africa« spielen, wobei die Synthieline erhalten bleibt. Touré Kunda aus dem Senegal interpretieren einen Phil Collins-Song beatlastig und singen nicht in Englisch sondern in Wolof. Und Chris Ardoin spielt Jackie Wilsons »Higher And Higher« als wäre es ein Cajun-Song – wunderbar!
BauchtänzerInnen (und alle die diesen Berufswunsch haben) kommen an OOJAMIs CD »Bellydancing Breakbeats« wohl nicht vorbei. Was bereits mit der indischen Musik in britischen Großstädten geschah, wird hier mit türkischer Musik versucht: Die Stimmung eines türkischen Bazars vermischt mit den funky Beats Londons. Im Downtempo-Bereich ist das Ergebnis jedenfalls sehr tanzbar – und wer noch nicht mit dem Bauch tanzen kann, schlenkert einfach die Ohren und die Füße!
Im großen Apfel geht es im Vergleich dazu sehr relaxed zu: Auf N.Y. LOUNGE VOL. 2 überzeugen vor allem die weichen Beats des latinesken »Love Don’t Come Easy« der Gruppe Hermosa. Ebenfalls smooth und dennoch vorwärts treibend ist »Loungin’« von Guru Jazzmatazz feat. Donald Byrd.
Die »EURO LOUNGE« geht musikalisch weit über Europa hinaus: Diverse Latino- und andere Ethnoeinflüsse, etwa die Sitar, werden hier von Künstlern wie der Thievery Corporation und S-Tone Inc. zu erstklassigen Chill-Out-Nummern bearbeitet. Ebenfalls vertreten: Gabin (Italien), Gare Du Nord (Belgien) und die gute deutsch-chilenische Gruppe Mambotur. Da wird man gerne zu einem faul herumliegenden Lounge Lizard.

Le Maitres De Musique D’Armenie: »Musiques & Chants Traditionels & Sacrés« (World Village/Harmonia Mundi)
Sevara Nazarkhan: »Yol Bolsin« (Real World)
Oojami: »Bellydancing Breakbeats« (Exil/Indigo)
VA: »Cover The World« (Putumayo/Hoanzl)
VA: »Euro Lounge« (Putumayo/Hoanzl)
VA: »N.Y. Lounge Vol. 2« (Blue Flame)

http://harmoniamundi.com
http://www.putumayo.com