Giant Sand

Cover Magazine

Thrill Jockey

Die Aufregung über ein Giant Sand-Coveralbum hält sich bei diesem Fan # 1 Anwärter komischerweise in Grenzen. Es ist zwar eh fast alles schräg oder super hier, aber gerade das Ende der Platte bringt mit der epischen Re-Interpretation des hauseigenen »Blue Marble Girl« und dem live als Gebet für uns alle gebrachten »Inner Flame« (von Rainer) die klaren Höhepunkte. Das macht klar, dass die Abschweifung zu allzu fremden Materialen nicht die Stärke der Band ist. Mit Rainer gründete Howe ja quasi Giant Sand, mit inspiriert von einem X-Auftritt, deren »Johnny Hit and Run Pauline« sie hier auch spielen. Teile der Platte dienen, wie es sich bei so einem Unterfangen auch gehört, also dem öffentlichen Darlegen der eigenen Geschichte. Da dürfen Johnny Cash und Neil Young natürlich nicht fehlen. Was Black Sabbath oder Goldfrapp da jetzt zu suchen haben, erklärt sich schon nicht mehr so leicht. Immerhin dürfte das kaum erkennbare »Iron Man« die absurdeste Version eines Sabbath-Songs sein, seit Cindy & Bert aus »Paranoid« »Der Hund von Baskerville« gemacht haben. Aus »Fly Me To The Moon« und »King Of The Road« lassen sich wohl kaum neue Nuancen gewinnen; die Zerstörung geht bei Giant Sand jedoch erfolgreich über die Bühne. Dann gibt’s noch PJ Harvey und Nick Cave (das macht dann drei Mute-Acts!) und mit Sonny den trotz »One« wohl noch immer besseren Bono.