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Bereits seit 1994 arbeiten die beiden Klangforscher Seth Nihil und John Grzinich als Alial Straa zusammen. Ausgangpunkt ihrer Unternehmungen in die elektroakustisch-concrèten Weiten war und ist Austin/TX, Referenzen gehen in Richtung MNortham als Akustikprojekte ERG und Orogentics. Nihil (1973) und Grzinich (1970) haben mit einer Reihe von Musikern aus ihrer Umgebung gespielt, die sich alle dem Aufspüren elementarer Soundbedingungen verschrieben haben. Die Settings sind mit Fieldrecordings, alten Magnettonbändern und mit digitalem Processing als bekannt vorauszusetzen, allein ihre meist um die 20 Minuten anhaltenden Ambient-Drones versetzen den Hörer in einen schwebenden Zustand. »Confluence«, auf dem für seine superben Sounddesigns bekannten amerikanische Label Intransitive, ist das Eindringen in die mikroskopische Textur von Elementarteilchen, deren Aggregatszustände sich permanent verändern. Ausnahme ist in der Mitte der Scheibe eine wüste Autohupen-Orgie, die den sphärischen Charakter der Platte zerreißt. Dabei handelt es sich um eine Aufnahme einer Demonstration in Belgrad im September 1999. »Stria« ist sozusagen das Alter Ego von »Confluence«. Auch hier wird Musik als komplexe Verkettung von Soundpartikeln verstanden, das Kopfkino der Fieldrecordings ist in permanenter Rotation. Bei »Stria« geht es indes elektronischer zur Sache; obwohl, so genau lässt sich das nie wirklich sagen. Es ist alles in konstantem Flux, ein Mahlstrom in andere Bewusstseinszonen. Beide CDs kommen in einer optisch sehr ansprechenden Gestaltung daher, viel Textmaterial gilt es zu lesen; genau das richtige, um bei gleichzeitigem Hören eine »all in all«-Erfahrung zu machen. Das theoretische Konzept eines »Sound Body« wird da gleich mitgeliefert.

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Text
Heinrich Deisl

Veröffentlichung
22.10.2003

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