Cinnamoon

Cinnamoon

HoneyMilk

Man vermache mir einen Holzbau mit mattenverhangener Veranda, fliegenbegitterten Fenstern und pflanze dieses mein Eigentum in einen möglichst abgelegenen Winkel der Unwirtlichkeit, die Gegend lediglich am Horizont erahnen lässt. Stille vereinnahmt, Asphalt zieht sich unbefahren über staubtrockenen Grund. Die lodernde Feuerstelle im Freien birgt keinen Platz für falsche Romantik und Jungscharliedergeklampfe. Möge mir dann noch das Talent konsequenten Übens zuteil werden – dann müsste ich der Eingebung folgen und Lieder wie auf Cinnamoons selbstbetiteltem Tonträger von mir singen. Erschienen ist er auf Honeymilk, dem Label des feinen Osloer Konzertlokals Café Mono.
Nach drei selbigen Tags veröffentlichen Singles hat sich die vierköpfige Band endlich dazu entschieden, sich ans Albumformat heran zu wagen. Cinnamoon lösen den werten Hörer aus den über ihn hereinbrechenden zivilisatorischen Stressfaktoren der Reizüberflutung. Und dann, genau in diesem Moment der ausgeglichenen Selbstzufriedenheit und entspannten Hinwendung zum Whiskeyglase ziehen von Ferne Wolken auf. Donner rollt herbei und rockt wie in »Drumhead Trial« oder »River Black & Rock Full« über den Countryeinschlag hinweg. Cinnamoon – in der Hitze der Großstadt für die kleine Portion Freiheit zwischendurch.