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Das Stichwort lautet »Doppelalbum«. Zweimal gut 50 Minuten elektroavantgardistische Musik will uns der Perkussionist, Komponist und Multimedia-Artist Eli Keszler aus Massachusetts zumuten. Das zeugt von gesundem Selbstbewusstsein und verrät uns zugleich, dass die Idee der kompositorischen Effizient hier nicht zuhause ist. Tatsächlichversammelt CD1 (»Cold Pin«) drei Varianten eines Stücks für ein fünfköpfiges Ensemble, die nicht allzu zwingend vom Hocker reißen. Kernstück auf CD2 ist »Catching Net«, eine Installation für Streichquartett und Piano. Das Hörerlebnis ist hier reichhaltiger, auch lohnenswerter. »Catching Net« klingt streckenweise wie ein durch den Laptop geschredderter Erlebnisparcours für zeitgenössische Klassik. Dissonante Arpeggios, Klangcluster, mikrotonale Strukturen … ein wenig Xenaxis hier, ein wenig Nancarrow und Coleman da. Wer diese fallen gelassenen Namen mühelos einsammelt, fühlt sich hier pudelwohl. Die beiden anderen Stücken auf CD2 sind Aufnahmen von Klanginstallationen, wobei vor allem die Boston-Aufführung von »Cold Pin« in ihrer monolithisch-schroffen Art überzeugt.

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Text
Curt Cuisine

Veröffentlichung
27.02.2013

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