Francesco Tristano

»bachCage«

Deutsche Grammophon/Universal

Seit die Deutsche Grammophon sich dazu entschlossen hat, ihr stilistisches Angebot zu erweitern und sich für alle nur irgendwie mit der Institution Label verknüpften Genres und musikalischen Ansätze zu öffnen, beschreitet das Unternehmen mit jedem neuen Album auch einen neuen Weg. Warum man dabei aber Bach ein kleines b und Cage einen gro&szligen Anfangsbuchstaben verpasste, habe ich dennoch nicht herausgefunden (Gleiches gilt auch für das f von Francesco und das T von Tristano). Das Album an sich umfasst ein De-Luxe-Booklet im Halb-A4-Format in höchster Auflösung sowie drei Posters, d.h. Studiofotos von Tristano, die sich an Kalenderbildern von Rugbyspielern für bisexuelles (oder schwules wie auch heterosexuelles) Publikum zu orientieren scheinen. »Und die Musik?« lautet jetzt wohl ihre berechtigte Frage ?? also gut: J.S. Bach (»Partita«, »Duetts« etc.) und Cage (»The Seasons«, »In a Landscape« und mehr), plus zwei kurze Stücke (Intro und Zwischenspiel) von Tristano. Das Booklet möchte uns nicht vorenthalten, dass Tristano wie alle modernen Gentlemen auch ein wenig Jazz und Techno (natürlich Carl Craig) spielt und als DJ aktiv ist. Ich kann ehrlich gesagt nicht behaupten, dass sein Spiel in irgendeiner Weise markant wäre, sieht man von den konventionellen Interpretationen ab (eine Spur zu langsam, zuweilen unentschlossen, plus dieser übermä&szligig helle Klaviersound, fast wie ein Kawaï Digitalpiano). Sieht besser aus, als es klingt.