Yoshihiro Hanno

April Remixes

Sub Rosa

Herr Hanno war bislang als Japan-Größe in Sachen Fusion Progtronica bekannt, Kind langjähriger Avantgarde-Jazz-Tätigkeit, die sich später mit Hip Hop-Beats und Labtop-Knuspern auffrischen sollte. Wer jetzt einen komplex rhythmischen Flauscheteppich a la DJ Krush erwartet, sitzt am falschen Dampfer. Hanno hatte zwar bereits (als Multiphonic Ensemble und unter dem Normalnamen) Verehrer von Sakamoto bis O?Rourke gefunden, zwei chinesische Soundtracks geschrieben und mit Ex-»Japan« (Not funny!)-Bassist Mick Karn ein süßlich wirres Ambientduo geschaffen. »April« aber stellt radikale Absage (oder Hochkulturentwicklung) dar. Seit längerem mit Cristophe Charles in Workshops für Zufallkomposition und experimentelle Audiosoftware tätig, kredenzt er volldigitale Minimal Music. So gibt sich »On/Off« wie ein virtuell nachgestelltes Klavierstück von John Cage oder »Lab Suite« wie ein von einem Philipp Glass-Roboter repetiert variierter Chorgesang von Richard Strauss oder Berg. Grandios »orchestrierte« Clix and Cuts mit viel Art zwischendrin. Ursprünglich auf Hannos eigenem Minilabel »Cirque« erschienen, inkludiert Sub Rosa noch drei Überarbeitungen: Oval, Charles und Hidenobu Itos wunderbar an Henze erinnernden RMX.