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Von in Fahrt kommen kann bei dieser Band zwar nicht die Rede sein, aber das Tropical-Thema ihrer vierten Platte sorgt für frischen Schwung in der schaurig traurigen Musik. Heftiger Einsatz von Streichern und ein vierköpfiger Frauenchor fahren gleich zu Beginn ins Mark der Wehmütigkeit. Als Ergänzung federn luftige Percussions und eine elegant verhallte Melodiegitarre die verzehrende Tristesse ab. Der Ich-Erzähler Paulo Zappoli singt natürlich über verflossene Liebe und Fassungsverlust, um im finalen Song nach beinahe einer Stunde Höllenqualen Bilanz zu ziehen: »I’m the one – who has disappeared.« Die Reise ins Jammertal der Sehnsucht wird lautmalerisch ambitioniert ausgelotet; Synthesizer, Trompeten und Lapsteel-Gitarren treten als exotische Ausreißer ins Geschehen, ein Klavier darf auch nicht fehlen. Bei 14 Songs ergeben sich einige Längen, zurechtgezimmert ist der Sound aber während der ganzen Strecke auf handwerklichem Top-Niveau. Ein Oberflächen-Schmeichler mit Tiefgang lautet mein als Oxymoron gebrachtes Resümee.

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Text
David Krispel

Veröffentlichung
06.05.2003

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