Accordions forever

Das fünfte internationale Akkordeonfestival neigt sich seinem Ende zu – und geht doch weiter. Aufgrund der großen Nachfrage des Publikums gibt es noch Zusatzkonzerte nach dem offiziellen Ende des Festivals.

Der brasilianische Akkordeonist Renato Borghetti hat am 21.3. mit Begleitband die Abschlussgala des Festivals im Wiener Metropol bestritten. Mirjam Jessa bat zu diesem Anlass auch Organisator Friedl Preisl auf die Bühne, der für alle Akkordeon-Aficionados den erleichternden Satz aussprach: »Das nächste Akkordeonfestival beginnt am 26. Februar 2005!« Sprach’s und wagte am Ende sogar ein Tänzchen auf der Bühne!
Obwohl Renato Borghetti – der dank Kopfbedeckung Udo Lindenberg gleicht wie ein Hut dem anderen – aus dem Süden Brasiliens stammt, wo es wirkliche Gauchos (Cowboys) gibt, waren da sehr oft Anklänge an die Musik des Nordens zu hören: Forró einerseits und Chamamé andererseits. Die Band bestach wie schon bei ihrem letztjährigen Auftritt im Porgy & Bess durch unglaubliche Virtuosität und bescherte einen schönen Abschlussabend – der doch keiner war. Denn weil der lange Abschied noch schöner ist als der kurze, bespielt Borghetti heute mit seinem wunderbaren Latino-Eklektizismus noch einmal die Szene Wien.
Ebenfalls an zwei Abend waren die großartigen polnischen Akkordeonisten Ars Harmonika in der Wiener Sargfabrik zu hören: Mit Stücken zwischen Bulgarien und der Ostsee, jeweils in der Bearbeitung des Trios, das ein chromatisches und ein diatonisches Akkordeon sowie ein russisches Bajan hervorragend bediente. Ars Harmonika schlossen an das tolle Konzert des Motion Trios (PL) beim Vorjahresfestival an und machten einmal mehr klar, dass Polen die sympathischsten Menschen Europas (siehe Konzertbesprechung Motion Trio) sind.
The Long Abschied Teil drei und vier und schon wieder hat ein gebürtiger Pole seine Finger an den Tasten: Am 23. und 24. März endet das heurige Akkordeonfestival wohl endgültig – und das mit zwei lokalen Musikgrößen: Krzysztof Dobrek und der brasilianische Jazzgitarrist Alegre Corrêa spielen miteinander, gemeinsam nennen sie sich Dobrek Brasil. Aufmerksame Konzertbesucher haben dieses sensationelle Duo schon letztes Jahr bewundert, wer’s noch nicht kennt, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen!

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>> http://www.dobrek-bistro.com
>> http://www.szenewien.com
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