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Hafler Trio

»Ignotium Per Ignotius«

Korm Plastics/Target

Spiegellabyrinth-Hören: Vorliegende CD ist Teil 7 der auf 14 Re-Releases angelegten Serie von H3O-Material. Das 1986 auf Touch veröffentlichte Album markiert eine Grenze im Schaffen von Andrew McKanzie: Mystischer und ritueller ging’s kaum mehr, es war wohl, sieht man sich in der englischen Post-Industrial- und Soundart-Culture um, eine Zeit, in der es zu einem heftigen spirituellen Backlash gekommen war. Hier ist alles versammelt, Referenzen geben sich die Klinke in die Hand; Alchemie, Kabbala, Spiegel, gnostische Apokalypse, von seltsamen Soundbildern reflektiert. McKanzie war ja auch einer, der die Burroughs’schen Cut-Ups internalisiert hatte, auf »Ignotium« lassen sich indes eher Spiegelungen, Verzerrungen und abrupte Brüche als Gestaltungsmethoden ausmachen. Am Cover ist ein Labyrinth abgebildet, das nicht umsonst an M.C. Escher denken lässt. Die Existenz, gefangen in sich selbst, umringt von Zerrfratzen seiner selbst. Die Musik dazu ist zerrüttet, brüchig, fast schon planlos, pendelt zwischen fragilen Miniaturen und stehenden White-Noise-Flächen, Sketches von Ideen tauchen auf und ab. Eine Art akustischer, persönlicher Exorzismus, ein schlierenhaftes Monument. Wieder mal ist die Verpackung dieser Serie sehr gelungen.

Home / Rezensionen

Text
Heinrich Deisl

Veröffentlichung
21.06.2007

Schlagwörter

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