Es gebe aktuell eine regelrechte »Überflutung mit Information« und auch Musik scheine »immer leichter konsumierbar sein zu müssen«, führt Marco Blaauw aus. Damit einher gehe aber auch ein »Hunger nach Schönheit« und »Momenten der Tiefe«, hält der künstlerische Leiter des Klangspuren Schwaz Festivals fest. Diesen Hunger gelte es zu befriedigen, diese Tiefe müsse geschaffen werden.

Eigene Formate
Gelingen soll das mit verschiedensten Formaten, die Neue Musik vermitteln und unmittelbar erfahrbar machen sollen. Als von ihm neu etabliertes Format steht dazu beispielsweise »Solo for One« parat, bei dem Musiker*innen im Solo-Setting gegen Voranmeldung für eine einzige Person spielen. Beteiligt an den Miniaturkonzerten sind unter anderem Loré Lixenberg, Valerie Fritz, Florentin Ginot, Claudia Molitor und Christine Chapman. »Dabei entstehen rührende und berührende Momente, ganz ohne Ablenkungen von außen«, so Blaauw.
Ein weiteres Format, das bei den Klangspuren bereits jahrelange Tradition hat, ist die Klangwanderung. Dabei wandert eine Gruppe vom Vomperberg hinunter in das Vomperloch, unter anderem zum Kraftwerk, und erlebt dabei sowohl Klänge der Natur als auch Klänge des Kraftwerks, stets begleitet von musikalischen Interventionen, etwa mit Werken von Liza Lim, Kelley Sheehan, Lisa Streich oder George Brecht.

Offene Momente
Neben dem Erschaffen von solchen besonderen Momenten gilt es für Marco Blaauw aber auch, im klassischen Festivalbetrieb und im konventionellen Konzert-Setting neue Akzente zu setzen. Es gehe ihm um »offene Momente, mit denen man auch ein Risiko eingeht«, sagt er dazu. Das spiegle sich bei der Festivalprogrammierung insgesamt wider: »Ich will auch junge Künstlerinnen und Künstler im Programm haben, die ihre Handschrift entwickeln.«
Auch seien ihm Uraufführungen und österreichische Erstaufführungen ein großes Anliegen. Zu solchen komme es bereits beim Eröffnungskonzert am 10. September, das traditionellerweise vom Tiroler Symphonieorchester Innsbruck bestritten wird. So stehen etwa die Uraufführung von Edivaldo Ernestos »Solo Choreographie für einen Tänzer« oder österreichische Erstaufführungen von »Die Wände haben Ohren« von Georges Aperghis oder »A Sutured World« von Liza Lim auf dem Programm.

Künftige Akzente
Neben all diesen Ansätzen will Marco Blaauw in seiner aktuell auf drei Jahre angelegten Intendanz auch weitere klare Akzente setzen. »Ich möchte künftig neue Inhalte mit Blasorchester präsentieren«, so Blaauw. Es gehe ihm um »das Aufnehmen von Impulsen und Impulse-Geben«, sagt er. Auch wolle er verstärkt ein jüngeres, studentisches Publikum für das Festival gewinnen. »Der Dialog mit jungen Menschen ist mir ganz besonders wichtig«, hält er fest.
Zudem wolle er verstärkt Kooperationen mit vergleichbaren europäischen Festivals eingehen, etwa in Warschau, Oslo oder München. »Zusammen schafft man einfach größere Sachen«, streicht er in diesem Zusammenhang heraus. Das Festival Klangspuren Schwaz findet in diesem Jahr vom 10. bis 26. September statt, mehr Infos zum Programm finden sich unter: www.klangspuren.at











