adele-21.jpeg

Ach so, aha, der neue Hype … Das brachte also die große Internet-Blase, das man wie weiland in den 1980ern in übelsten Hochglanzpolitursendungen wie Solid Gold Austauschsülze zum heißesten Charts-Scheiß hochpüriert. Nur jetzt vom User selbst gemacht. Die, siehe Plattentitel, tatsächlich gerade 21-jährige Tottenham-Göre hat sogar die Zündungsstufe über die mittlerweile komplett wegkrepierte MySpace-Plattform überlebt, gilt sogar dem ehemaligen Independent als weiblicher Primärschwitzkasten und ist das Chanteusenphänomen, auf das sich gerade die scheinbare Gesamtmasse, die dank nichtiger Plattenverkäufe ohnehin nur ein virtuelles Konstrukt ist, einigen kann. Was steckt dahinter: Bruchherz-Platitüden vom Regen, dem die Dame Feuer angedeihen lässt. Balladenschlatz als würde der 80er-Retro-Hype nun auch auf Bacardi- und Cornetto-Jingles übergreifen. Und wie Amy Winehouse die herbstimmige Suche nach einem heilen vergangenen Musikparadies der bluesig-souligen Brill-Building -Sixties, wobei die Gospelchöre in »Rumour has it« sogar ansatzweise greifen und berühren. Nur war »Back to Black« ein tatsächlich phantastisches Album, während hier die only saving grace ist, nicht von der menschlichen Karikatur und tot zu tretenden Quick- und Quengelstimme einer Duffy belästigt zu werden. Morgen in ihrer Pepsi-Werbung, übermorgen im Abflussreiniger der Musikgeschichte.

favicon

Home / Rezensionen

Text
Paul Poet

Veröffentlichung
27.04.2011

Schlagwörter


Scroll to Top