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Rock ist ja gerade wieder mal tot. Und wenn es überhaupt einen erkennbaren Retrotrend gibt, dann wohl am ehesten die Wiedergeburt des Elektropop (kann aber auch nur ein, zwei Jahre dauern, bis das ausgestanden ist). Der dritte Longplayer der australischen Electropopper Cut/Copy läge dementsprechend voll im Trend. Und mehr als das. So kompromisslos hat bislang keine Band die 1980er per cut und copy in die Gegenwart transferiert. Da muss man keine zeitgenössischen Referenzen angeben, sondern darf schamlos auf Culture Club, Heaven 17, Pet Shop Boys und, gute Güte, Tears for Fears verweisen. Na gut, aber ?? funktioniert das trotzdem? Ist das stimmig? Ist das gute Musik? Es sind wirklich nette Popsongs, die mitunter mit viel Liebe zum instrumental-stimmigen Detail aufpoliert wurden, daran gibt es nichts zu rütteln. Wer sich an dieser blank polierten Oberfläche nicht stört, wird mit diesem weichgespülten Elektrokuschelpop glücklich. Sollten noch ein paar knackige Remixes auftauchen, wäre auch ein vager Gegenwartsbezug hergestellt. Allen anderen sei empfohlen, sich diese CD als ironische Gro&szligtat vorzustellen, als eine Art Frankenstein aus 1980er Versatzstücken. Aber so ist »Zonoscope« natürlich nicht gemeint. Fürchte ich halt.

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Text
Curt Cuisine

Veröffentlichung
14.04.2011

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