MCR-T © Live From Earth

We’ve been waiting…

Der Frühling meint es gut mit uns! Temperaturen von fast 30°C verdrängen den Winter und streichen angesammelte Sorgenfalten glatt. Das Berliner Multitalent Julian McCarthy hätte kein besseres Timing wählen können, um sich als MCR-T hinter Wiener Turntables zu stellen. Am 25. Mai in der Praterstrasse.

»See I write, I rap, I produce, I create so I pay my bills and college.« Die Lyrics aus »My Core Really Talks« fassen gerade so zusammen, welche Schiene Julian McCarthy in seinem kreativen Schaffen fährt. Von HipHop und Punk zu einer Bandbreite an elektronischer Musik gibt es kaum ein Genre, dessen Einflüsse sich nicht in seinen Produktionen heraushören lassen. Seit fünf Jahren beim renommierten Label Live From Earth gesigned, erfährt er den nötigen Support, um sich entfalten zu können. Und er liefert ab – konsequent.

Boss-Transformation 2.0

In einer Zeit, in der DJs wie Unkraut sprießen und Laptops ganz selbstverständlich neben dem Mischpult stehen, verdienen Künstler wie McCarthy (alias MCR-T alias MCNZI) besondere Beachtung. Seine Sets verbinden Oldschool-HipHop, Ghetto-Tech und Gabber zu ausgeklügelten Gesamtwerken, die nach vorn gehen und zum Tanzen animieren. Dabei singt und rappt er seine Vocals live über die Aufnahmen, was einen besonderen Zugang zur Clubkultur und deren Ursprüngen hervorhebt.

Dass er sich nicht mit dem Mindesten zufriedengibt, sondern diszipliniert und ehrgeizig an seine Projekte geht, kommt nicht von ungefähr. Wer auf dem Skatepark sozialisiert wird, gewöhnt sich schnell daran, ständig die eigenen Grenzen auszutesten und zu überschreiten, fokussiert auf ein Ziel hinzuarbeiten und keine Ruhe zu geben, bis man sich selbst übertroffen hat.

Commitment, consistency, confidence. Diese Attribute stellt McCarthy am laufenden Band unter Beweis. Wer sich davon motivieren lassen will, sollte ihm auf Instagram folgen. Unter dem Benutzernamen »kolegajj« postet er regelmäßig Storys unter dem Hashtag #baumichauf und teilt sportliche Erfolge beim Laufen, Radeln oder Skaten.

For tha culture

Harte Arbeit, Sportsgeist und in gleich mehreren Branchen die Finger im Spiel: Was klingt wie ein Hochglanzprodukt der ambivalenten Hustle-Culture, birgt bei genauerem Hinsehen mehr Tiefgang. Denn obwohl seine Arbeitsmoral sowohl in den Lyrics von MCR-T als auch in den Flows von MCNZI thematisiert wird, sind die Beweggründe nicht auf reine Egozentrik zurückzuführen.

Das zeigt sich schon in kleinen Gesten, zum Beispiel dem FaceTime-Anruf an Labelkollegin DJ Gigola, um ihr zu Beginn seines Sets zum Geburtstag zu gratulieren. Oder im Gastauftritt seiner Schwester, die schon in jungen Jahren mit einer Wahnsinnsstimme und mitreißender Energie beeindruckt. Darüber hinaus stehen der Künstler und das gesamte Label für Inklusivität und Zusammenhalt und beweisen gesellschaftliches wie auch politisches Rückgrat, indem sie sich in ihrer Musik, auf Social Media und bei der Auswahl ihrer Gigs klar positionieren.

Make it work

Überhaupt gibt es wohl keine schönere Motivation hinter fleißiger Arbeit, als dass diese ihren Höhepunkt auf ausgelassenen Partys findet. Technoclubs waren von Beginn an ein geschützter Raum, der jegliche Diskriminierung ausschließt und verschiedenste Menschen zusammenführt, um gemeinsam die Nacht in gedankenloser Euphorie zu verbringen.

Und das ist es doch, wonach wir uns heute sehnen. Aneinanderrücken, Nächstenliebe und Akzeptanz bewahren. MCR-T liefert die passende Untermalung, um als homogene Masse zu tanzen, loszulassen und sich als Teil eines Ganzen zu verstehen. Ein Gefühl, das man mit nach Hause nehmen sollte.

MCR-T © Live From Earth

Step Forward & Hennessy präsentieren MCR-T live w/ Mafia Mashi & B.Visible am 25. Mai 2022 ab 23:00 Uhr im Club Praterstrasse.