Wet Tuna

»Water Weird«

Three Lobed Recordings

Wet Tuna ist das Projekt von Matt »MV« Valentine und Pat »P.G. Six« Gubler. Die beiden haben bereits in Tower Recordings in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren praktisch den Blueprint für eine Musik geschaffen, die nach Matt Valentine oft als Free Folk bezeichnet wird (siehe auch Holger Adams skug-Artikel über MV&EE). Mit »Water Weird« ist nun das zweite Album des relativ neuen Projekts der beiden erschienen und das ist nicht weniger als ein Meisterwerk. Man hört in jeder Sekunde, dass MV und P.G. Six eine lange musikalische Freundschaft verbindet, die Kommunikation zwischen den beiden ist absolut beeindruckend. Die Gastmusiker Jim Bliss, John Moloney und S. Freyer Esq (Bass und Schlagzeug) tragen ihren Teil zu einem fantastischen Album bei, das in keiner Cosmic-Americana/Psychedelic-Sammlung fehlen darf. Auf insgesamt sechs Tracks werden hier alle möglichen Ecken psychedelischer Musik erforscht und zwar mit so viel Wissen, Musikalität und Humor, dass man sich der Sogkraft des »Wettunaverse« gar nicht entziehen kann oder will. »Poor Old Interstellar« eröffnet das Album mit einem groove-basierten Song, der sich in der zweiten Hälfte zu einem wahren Jam-Monster entwickelt. Der nächste Track »Disco Bev« ist eines meiner persönlichen Highlights und vielleicht das außergewöhnlichste Lied des Albums. Hier werden die Geister von Grateful Deads »Shakedown Street« und Funkadelic beschworen, um einen schwer psychedelischen Dancefoor-Hit zu erschaffen. Grandios! Mit »Cowpath 40« begeben sich Wet Tuna von der Disco auf die Weide und wildern in ähnlichen Gefilden wie »American Beauty«, »Sweetheart of the Rodeo« und andere Klassiker des Cosmic Americana, jedoch mit einer gehörigen Portion Funkyness. Die zweite Seite beginnt mit »Sacagawea», einem Song über einen der Gründungsmythen des amerikanischen Westen. »Goin’« ist ein Mid-Tempo Groove Jam mit wunderbaren Gitarren- und Gesangsmelodien sowie John Moloney von Sunburned Hand of the Man an den Drums. Das Album endet mit »Roam« auf einer eher ruhigen Note. Untermalt von Akustikgitarren und Synthesizern reiten Wet Tuna in Cinemascope und Spectrasound (Matt Valentines Abmischtechnik, Anm. d. Verfassers) in weitere Abenteuer und wir dürfen gespannt sein, welche Soundpostkarten sie das nächste Mal versenden.