Modest Mouse

»We Were Dead Even Before The Ships Sank«

Red Ink/Rough Trade

Kein leichtes Unterfangen, eine Band zu reviewen, die auf eine 13-jährige Geschichte zurückblickt. Eine Band, die zeitlebens für das Lebensgefühl eines schredderigen Post-Rock-Sounds stand und nun ihr drittes Album auf einem Major-Label veröffentlicht hat. Grundsätzlich also ziemlich un-schredderige Vorraussetzungen. Und ja, natürlich ist der Flair des Homerecording-Geheimtipps von der um den The Smith-Gitarristen Johnny Marr erweiterten Band lange abgefallen. Trotzdem umkreist die 14 Songs immer noch diese so selbstreflexive und gleichzeitig wütend-melancholische Grundstimmung mit ebensolcher Intensität. Da wäre zum Beispiel »Parting Of The Sensory«, ein Stück zu dessen Beginn man gespannt der immensen Zurückhaltung in Isaac Brooks Gesang lauscht, um schließlich, von Streichern angefeuert, in einer aus Verzweiflung geborenen Rage zu münden. Oder auch die unerwartete, aber dennoch so eruptive Steigerung eines einfachen Gitarrenlaufs in »Spitting Venom«: Alles Momente, die Fragen wie jene nach der Band-Authentizität links liegen lassen und der Modest Mouse’schen Energetik einen intensiven Glanz verleihen.