W/V

»W/V«

Silken Tofu

»Hui!« ist das, was die beiden Musikant*innen da Famoses pressten, »W/V« heißt es. Das »W« steht für James Welburn, der am Bass harsche, sperrige Töne in den Äther schießt und in der Vergangenheit mit seinem Soloalbum »Hold« (2015) und der Zusammenarbeit mit dem Schlagzeuger Tomas Järmyr (Motorpsycho, Zu) Erfahrungen sammelte. Das »V« ist das von Juliana Venter, Schauspielerin und Hoch-Bariton aus Südafrika, die irgendwo zwischen mongolischem Kehlkopfgesang, bulgarischem Frauenchor und einer klassischen Gesangsstimme die Restvernunft aus der Hörer*innen Köpfen rausexorziert. Seite eins, in Berlin aufgenommen, »Concave«, ist ein gutes Stück atmosphärischer, überzeugender Noise-Musik, etwa 15 Minuten, in denen Venter mit sämtlichen Stimmlagen operiert und mit dem Stimmenspektakel die Gitarrenwände verziert. Vocals: Keiji-Haino-Vergleich. Man ist danach gereinigt, ob positiv oder negativ, sei dahingestellt. In Norwegens Hauptstadt Oslo nahm man die zweite, fast 20-minütige, wesentlich gediegenere, etwas komponierte, eher ins Ambient-hafte gehende Seite namens »Moonunit« auf. Das Miasma des Vorgängers verebbt, klingt dann relativ gediegen aus. Angenehm laut hören. Auf dem Cover dreht sich etwas.