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Und so wird’s gemacht: Man trollt sich ins eigene Zimmer, zieht die Vorhänge zu, wirft ein oder zwei Halluzinogene ein, zur Not tut es auch eine dezente Dosis eines hochprozentigen Destillats oder eine Handvoll Schlafentzug. Dann rein mit »Untitled #284« in die Stereoanlage, aber nur in Zimmerlautstärke und die Fenster dürfen auch ruhig offen stehen. Kein Problem, wenn Spielplatzgeschrei oder ratternde Stra&szligenbahnen dem Hörgenuss sich beimengen, dann hat unser Ohr eben in Echtzeit additional environmental soundshinzugefügt. Denn wir lauschen einem Musterstück im Bereich der fieldrecordings: Aufnahmen aus dem Lissabon des Jahres 1992 liegen »Untitled #284« zu Grunde, vom Meister persönlich remixed bzw. »evolutionär transferiert«. Wir sprechen von niemand geringerem als Francisco López, u. a. Dauergast bei der Ars Electronica und Produzent von weit über 200 Tonträgern, vielleicht sogar tatsächlich 284. Und weil wir bereits bei einer Unüberschaubarkeit und damit in gewisser Weise Austauschbarkeit sind: das Resultat ist auch in diesem Fallvor allem ein Hörspiel für Soundeidetiker, dessen technische Raffinessen vor allem Freunde des Experimentellen zu schätzen wissen. Eine herkömmliche Hörerin wirdin »Untitled #284«, wie eingangs skizziert, eher ein psychedelisches Hörerlebnis finden.

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