Benge

»Twenty Systems«

Expanding Rec./Cargo

20 analoge Synthesizer in 20 Tracks, jeder stellvertretend für ein Jahr seit 1968. Wenn man sich den Output von Bend Edwards aka Benge ansieht, bemerkt man schnell eine Affinität zu historischen Musikinstrumenten und Bilddarstellungen. Diese VÜ kommt als echt fettes CD-Buch daher, jedem Synth ist eine Doppelseite inklusive Fotos, Kurzbeschreibung und Schaltplänen gewidmet. In der Einführung schreibt Benge, dass er die Synths so weit als möglich selbst »sprechen« lassen wollte. So löblich diese Absichten sind – Brian Eno darf auf dem CD-Sticker von einem brillanten Beitrag zur Archäologie elektronischer Musik erzählen – frage ich mich, welchen Mehrwert dieses ambitionierte Projekt hat bzw. was das wirklich Tolle und Neue an diesem Projekt sein soll. Wenn ich mir dagegen etwa die »Klangmaschinen« in Hainburg ansehe, dann beginnt »Twenty Systems« recht schnell zu schwächeln. Und so hat Robin Rimbaud aka Scanner im Vorwort nichts besseres zu tun, als mit einem Zitat aus den »Tausend Plateaus« einzuleiten, um mit Baudrillard auszusteigen. Mal abgesehen davon, dass sie uns da Diskurs-Stoff als neu andrehen wollen, den skug schon seit Längerem nicht nur behandelt sondern auch abgehakt hat und davon, dass ich glaube, dass Benge die Klangmöglichkeiten der verwendeten Synths nur recht dezent ausreizt: Es macht immer wieder Spa&szlig, die historischen Kisten im Einsatz zu hören. Mit dabei: »Moog Modular IIIC«, »ARP2600«, »Serge Modular«, »Korg Trident«, »CMI Fairlight« oder »NED Synclavier«.