»Bodies« by Kat Frankie © Cathleen Wolf
»Bodies« by Kat Frankie © Cathleen Wolf

Trüffelfunde wider popkulturelle Mechanismen

Letztes Jahr am Volkstheater geboren, feiert Desertshore am 9. und 10. Dezember 2023 seinen ersten Geburtstag. Von Dunkelkammer bis Großer Saal wird es Diskurs und Live-Musik von Pop bis Post-Punk geben, von Kat Frankie über Liraz bis Jungstötter und Ploho. Ein Interview mit Kurator Christian Morin.

Ein spannendes internationales und kosmopolitisches Line-up kennzeichnet die zweite Ausgabe des Festivals Desertshore, das am 9. und 10. Dezember 2023 im Volkstheaters Wien über die Bühne geht. Headliner sind die in Deutschland lebende Australierin Kat Frankie (Samstag) sowie die israelische Musikerin Liraz, Tochter sephardischer Juden aus dem Iran (Sonntag). Das A-cappella-Programm »Bodies« von Kat Frankie war im Oktober bereits in der Elbphilharmonie in Hamburg zu hören. Liraz wird einigen, wenn nicht als Musikerin, dann als Schauspielerin aus der israelischen Erfolgsserie »Teheran« bekannt sein. Ergänzt wird das Programm am Samstag durch Gloria de Oliveira & Dean Hurley, Ploho, Minimal Schlager und L Twills. Am Sonntag sorgen Jungstötter, Albertine Sarges und Nuha Ruby Ra für eine abwechslungsreiche Programmierung. Im Interview sprechen wir mit Kurator Christian Morin über die aktuellen Verschiebungen in der Popkultur und in der Welt und was es unter veränderten Bedingungen bedeutet, ein (Pop-)Festival auf die Beine zu stellen. 

skug: Es ist ja nicht so, als hättest du in Berlin zu wenig zu tun und würdest darum nach Wien kommen. In diesem Jahr hast du dort wieder die Festivaldramaturgie beim Pop-Kultur Festival in der Kulturbrauerei gemacht und außerdem das Sonic Morgue Festival organisiert, das im Dezember stattfinden wird. Was zieht dich wieder nach Wien? Die Stadt, das Volkstheater?

Christian Morin: Das stimmt wohl. Langeweile habe ich in der Tat nicht. Aber so ist das eben, wenn man gewohnt ist, sich als Selbständiger durchzuschlagen. Man muss ständig neue Ideen haben. Aber es ist auch meine große Leidenschaft, mir etwas auszudenken. Dieser Moment, wenn sich eine Fantasie zum ersten Mal in der Realität manifestiert, hat etwas unglaublich Großartiges. Wir haben Desertshore letztes Jahr zum ersten Mal auf die Bühne gebracht. Das ist dadurch entstanden, dass ich den Intendanten des Volkstheaters Kay Voges und den musikalischen Leiter Paul Wallfisch aus meiner Zeit an der Berliner Volksbühne kannte. Bei einem Wien-Besuch am Ende der Corona-Zeit wurde die Idee geboren. 

Jungstötter © Clemens Schmiedbauer

Die Künstler*innen bei Desertshore kommen von überall her, mit Jungstötter ist aber auch ein Local mit dabei. Möchtest du vielleicht ein warmes Wort über die Wiener Musikszene verlieren? Ist da etwas, dass dir im Vergleich zu der Berliner Szene auffällt? 

Die Künstler*innen kommen aus sehr unterschiedlichen Kontexten und Orten. Das finde ich spannend. Es geht hauptsächlich darum, auch Neues zu entdecken. Ich hoffe, dass das Publikum sich auch dafür begeistern kann und mit uns auf diese Entdeckungsreise geht. Anfang der 2000er-Jahre war ich sehr oft in Wien. Damals habe ich noch viele Tourneen organsiert und begleitet. Ich war mit Bands wie Kante, Britta, Lali Puna, To Rococo Rot oder Tarwater in Wien. Unser erster Anlaufpunkt war immer Konstantin Drobil von Trost Records. Die Besuche hatten immer etwas sehr Warmes und man durfte sich sofort zu Hause fühlen und kam schnell mit anderen Musiker*innen in Kontakt. Diese Offenheit ist der erste Unterschied, der mir auffiel. In Berlin waren die Szenen zu diesem Zeitpunkt oft sehr auf sich bezogen und nicht unbedingt immer sehr einladend. Auch bei Pop-Kultur, einem Berliner Festival, für das ich arbeite, haben wir immer wieder österreichische Bands eingeladen. Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Rapperin Dacid Go8lin. Auch Culk hat mich sofort beeindruckt. Nicht zu vergessen ist natürlich Mego. Das Label hat die Berliner Elektronik-Szene über einen langen Zeitraum beeinflusst. Der Tod von Peter Rehberg hat hier eine große Leerstelle hinterlassen.

Gibt es einen roten Faden, ein Thema, das dem diesjährigen Line-up von Desertshore zugrunde liegt?

Ich wollte auf jeden Fall nicht die erste Ausgabe kopieren und die musikalische Stilistik öffnen. Der Name Desertshore stammt ja von meiner Lieblingsplatte von Nico. Ein großartiger Meilenstein der Popgeschichte, der viele Musiker*innen beeinflusst hat, aber einem breiteren Publikum unbekannt ist. Warum das so ist, hat nicht nur künstlerische Gründe, sondern auch soziale und politische und wirtschaftliche. Diese Mechanismen interessieren mich. Gleichzeitig bin ich auch ein Trüffelschwein und versuche immer das Besondere auszugraben und den Künstler*innen eine Plattform zu geben. Und das nicht mit einer abgehobenen Kurator-Attitüde, sondern weil mich etwas berührt. Als ich 2017 in Minsk die Band Molchat Doma kennengelernt habe, wollte ich sie unbedingt nach Berlin holen. Alle dachten: »Jetzt kommt er hier mit einer obskuren Band aus Belarus an.« Inzwischen füllt die Band weltweit große Hallen. Wenn ich mir den Ticketverkauf zum Zeitpunkt dieses Interviews anschaue, wird mir schon bange, ob ich mich zu weit aus dem Fenster gelehnt habe … Ich kann euch versprechen, der Besuch lohnt sich!

Liraz © Liraz

Desertshore ist irgendwie ein Popfestival, irgendwie aber auch nicht. Die Headliner Kat Frankie und Liraz haben definitiv ein Standing im Pop-Genre, andere Künstler*innen wie Ploho laufen eher unter dem Radar. Wie verhält sich das Große zum Kleinen, Neues zu Etabliertem in der heutigen Musiklandschaft? Geht es für kleine Acts überhaupt noch darum, »groß rauszukommen«, und welche Rolle spielt das Festival als Plattform dafür heute noch? 

Liraz ist eine unglaubliche Persönlichkeit und Künstlerin. Als iranisch-stämmige Israelin hat sie angefangen, heimlich mit Menschen aus dem Iran zusammenzuarbeiten und eine Art globalen Pop zu entwickeln, wie es ihn eigentlich gar nicht gibt. Ihre Band spielt dazu eine Middle-Eastern-Variante von Krautrock gemischt mit türkischer Psychedelic der 1970er-Jahre. Völlig irre. Nichts daran ist etabliert. Ihren Schlagzeuger habe ich vor vielen Jahren zufällig im Flugzeug kennengelernt, weil er neben mir saß und ein Sunn O))) T-Shirt anhatte. Auch für Kat Frankie war es ein großes Wagnis, als Indie-Pop-Musikerin ein A-cappella-Projekt zu starten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es braucht immer Mut, neue Wege einzuschlagen. Mir geht es weniger um etabliert oder nicht, sondern um eine künstlerische Vision, die man spüren kann. Das verbindet glaube ich alle Künstler*innen, die bei Desertshore auftreten, so unterschiedlich sie auch sein mögen.

Daran schließt ein bisschen euer Diskussionsthema in der Roten Bar am Samstagabend an. Zu Beginn des Festivals werden Kat Frankie und Shilla Strelka über Popkultur und Identität sprechen. Gibt es noch die eine Popkultur? Ist das irgendwie noch greifbar in der Gleichzeitigkeit von K-Pop, Lana Del Ray und Punk-Bands wie Pisse? Das alles kann widerspruchsfrei von ein und derselben Person gehört werden und die hat vermutlich auch noch AirMax neben DocMartens im Schuhregal stehen …

Ich kann nur sagen: Ich habe Kinder. Meine jüngste Tochter hat sich immer schon aus meiner Musik herausgefischt, was ihr gefiel. Das waren Bands wie Boyz Noise, Kendrick Lamar, Chelsea Wolfe oder KOKOKO!. Jetzt ist sie auf einem K-Pop-Trip. Diese Erfahrung der absoluten Verfügbarkeit von allem im Netz ist eine völlig andere Grunderfahrung in dieser Generation. Ich bin als Jugendlicher noch 50 Kilometer gefahren, um einen bestimmten Plattenladen zu erreichen. Der Plattenhändler hat unter seine Ladentheke gegriffen und gesagt: »Ich habe hier was ganz Tolles reinbekommen. Ich habe nur noch ein Exemplar. Hör dir das mal an.« Das war quasi eine Art religiöse Erfahrung, wenn sich die Nadel auf den Plattenteller senkte. Trotz der totalen Gleichzeitigkeit von allem gibt es das heutzutage auch noch. Das hat aber mehr damit zu tun, wie die Kulturindustrie organisiert ist, wo die Zentren sind und wo die Peripherie.

Minimal Schlager © Minimal Schlager

Welche Rolle spielt diese Identitätsfrage beim Kuratieren eines Festivals?

Das habe ich mich auch gefragt. Das Festival ist durchzogen von Geschichten, die etwas mit Identität zu tun haben. Die Israelin, die mit Musiker*innen aus dem Land eines »Feindes« arbeitet, eine russische Band, die aus ihrem Land geflohen ist, oder Gloria de Oliveira, die mit dem David-Lynch- Musikproduzenten Dean Hurley in einer weltweiten Pandemie eine Platte aufgenommen hat, ohne dass sich die beiden jemals begegnet sind. Francisco Parisi von Minimal Schlager ist ein italienisch-stämmiger Argentinier, der als Jugendlicher nach Spanien gezogen ist und jetzt in Berlin lebt. Neulich hat er ein Ragù für mich gekocht, nach einem Rezept seiner italienischen Großmutter, die aus der Gegend um Udine stammt. Lustigerweise ist meine Großmutter in genau dieser Gegend geboren. Hat das alles miteinander zu tun? Und wie finden diese Geschichten Eingang in die Musik, ohne dass sie explizit ausgesprochen werden? Letztendlich suchen wir ja in aller Kunst etwas, das uns bewegt, auch wenn wir es oft gar nicht erklären können.

Du kuratierst ein Festival im Theater, die Musik lässt sich vielleicht im Indie-Bereich verorten, hat manchmal was von Synth-Pop und New Wave, manchmal was von Folk, wobei ich bei »Folk« vor allem an die iranische Prägung in der Musik von Liraz denke (Korrekturen sind willkommen!). Was für ein Identitätsangebot macht Desertshore, womit spielt es, wenn es über ein rein musikalisches Programm hinausgeht, Bildende Kunst in Form der Videoinstallation von Anni Porrasmäki mit einbezieht, die das Festival im weißen Salon begleiten wird?

Ich habe keinen didaktischen Ansatz. Ich versuche nur, aus einer völlig subjektiven Perspektive künstlerische Begegnungen zu schaffen, die so woanders nicht stattfinden würden. Im günstigsten Fall macht das die Menschen neugierig, Dinge zu entdecken. Anni Porrismäki arbeitet sich an den gleichen künstlerischen Fragen ab wie die Musiker*innen, nur mit anderen Mitteln. »Wie kann man in einer zerstörerischen Welt ein unzerstörbares Band schaffen?«, fragt ihre Videoinstallation »How to start a fire«. Das erschien mir passend. 

Gloria de Oliveira & Dean Hurley © Beto Ruiz Alonso

Im Theater sitzen die Menschen. Jede Bewegung und jedes Geräusch ist eine potenzielle Störung der Aufführung. Ein Konzert der sogenannten U-Musik (die Unterteilung ist blöd, aber du weißt, wie ich das meine) hingegen ist wahrscheinlich gescheitert, wenn alle bloß stumm und regungslos auf die Bühne starren. Würdest du sagen, die Bewegung des Publikums auf einem Popkonzert ist Teil einer künstlerischen Inszenierung, so wie die Bewegung der Schauspieler*innen im Theater es ist?

Keine Ahnung, da fällt mir keine Antwort ein. Ich habe ja zwölf Jahre an der Berliner Volksbühne als Musikkurator gearbeitet, und vielleicht 300 bis 350 Abende dort im großen Saal gestaltet. Ich habe mir solche Fragen schon lange nicht mehr gestellt. Ich mag einfach die Fokussierung, die eine Theaterbühne hat. Das Publikum schaut dort nicht von unten, wie in einem Konzertclub. Das ist eine andere Energie. Ich besuche ja auch Ausstellungen in einem Museum und auch im Keller einer alten Fabrik. 

Was macht dann den Reiz aus, ein Musikfestival in einem Theaterhaus zu veranstalten?

Ich finde die Verschränkung verschiedener Kunstformen sehr bereichernd. In dem ersten Club, den ich nach der Maueröffnung programmatisch mitgestaltet habe, gab es Musik, Film, Performance und Bildende Kunst. Das war eine Art utopischer Raum, in dem niemand einen Businessplan hatte, wie man das heutzutage haben muss. Im besten Fall kann auch ein Theater ein solcher Raum sein. Die Volksbühne unter Frank Castorf war das in jedem Fall, und auch bei Kay Voges spüre ich dieses Bedürfnis sehr stark. Natürlich ist ein Theater eine ganz andere Organisationsform als das Kollektiv, in dem ich meine Wurzeln habe, schon alleine wirtschaftlich und auch organisatorisch. 

Die Musik von Albertine Sarges macht ja schon Lust, zu tanzen (und nicht nur ihre). Wie geht ihr mit dieser unterschiedlichen Dynamik von Theateraufführung und Konzert im Volkstheater um?

Wenn die Menschen das Bedürfnis haben, zu tanzen, werden sie aufstehen und dies tun. Das habe ich schon oft erlebt.

Albertine Sarges © Anika Zachow

Eine etwas allgemeinere Frage zum Zusammenhang von Popmusik und Theater: Mir scheint es, dass Theaterhäuser mehr und mehr daran interessiert sind, die Populärmusik an ihren Produktionen aktiv zu beteiligen. Mir fällt Tristan Brusch und der »Woyzeck« am Berliner Ensemble ein oder Oskar Haag in der »Wie es Euch gefällt«-Inszenierung am Burgtheater hier in Wien … Die Stücke sind nicht Pop, sondern Literaturkanon, und die Musiker*innen treten nicht einfach als Schauspieler*innen auf, sondern bringen ihre Musik und Persona mit hinein. Oskar Haag durchbricht seine Rolle des Amiens als Oskar Haag, Tristan Brusch hat Büchners »Woyzeck«-Text für Ersan Mondtag vertont und bringt das jetzt als eigenes Album heraus … einfach ein Versuch, das Theater wieder populär zu machen oder hat umgekehrt Pop die Kraft, verloren Avantgarde zu sein? Du warst ja lange Zeit für die Musik an der Berliner Volksbühne verantwortlich, würde mich interessieren, wie du das siehst.

Ich glaube, das Theater sucht hier nach neuen Sprachen und Ausdrucksformen, aber das ist ja keine neue Entwicklung. Wenn Theater sich als Kunstform auch noch in der nächsten Generation behaupten will, muss es Experimente wagen. Scheitern gehört immer dazu und manchmal passieren völlig unerwartete Dinge. Dazu fällt mir eine lustige Geschichte ein. Die Schauspielerin Vanessa Loibl performte 2019 in dem Stück »Don’t be evil« von Kay Voges einen Song. Dafür erfand sie den imaginären Charakter Fuffifufzich. Der Song ging viral und aus dem Theatercharakter wurde eine Band, die 2023 bei unserem Festival Pop-Kultur vor tausend Leuten den brechend vollen Saal zum Beben brachte. Braucht Pop jetzt etwa das Theater?

Fein auch, dass Shilla Strelka eingeladen wurde, unter deiner Moderation mit Kat Frankie zu diskutieren. Kannst du anhand des Nick-Cave-Statements »How can I find my own identity?« kurz erklären, was Thema des Talks sein wird? 

Nick Cave vertritt hier ja den Standpunkt, dass das bloße Verharren in der persönlichen Identität keine wahre Kunst hervorbringen kann. Für ihn benötigt Kunst Transzendenz und Hingabe, um zum Kern der existenziellen Fragen vorstoßen zu können. Einerseits stimme ich ihm zu, denn ich weiß nicht, ob die identitäre Politisierung des kulturellen Raumes uns nicht eher den Blick verstellt, als uns zu neuen Erkenntnissen zu führen. Andererseits kann ich auch verstehen, wenn Menschen mit marginalisierten Identitäten eben diese zum Thema ihrer Kunst machen, um überhaupt eine künstlerische Sprache zu finden. Ein Thema mit vielen Facetten. Ich bin sehr gespannt auf diese Diskussion.

Nuha Ruby Ra © Maisie Cousins

Final zurück zum Line-up. Mit Nuha Ruby Ra, einer Britin, die ägyptische Wurzeln hat, und Liraz, die als Israelin auf Farsi singt und mit iranischen Sängerinnen zusammenarbeitet, sind zwei Protagonistinnen eingeladen, die mit ihrer Musik kulturelle Koexistenz, ja sogar Verschmelzung möglich machen. Ist es Zufall, dass beide am Sonntag, dem 10. Dezember auftreten? Wird es Statements wider die Extremismen im Nahen Osten geben, wider die tödliche Spirale nach den abscheulichen Terrormorden der Hamas? 

Als ich das Festival zusammengestellt habe, gab es diese schrecklichen Ereignisse noch nicht. Ich habe mit Liraz und ihrer Band kurz vorher einen langen Abend in Hamburg verbracht und wir hätten uns niemals vorstellen können, was passieren würde. Ein Massaker dieser Größenordnung hat es gerade auf einem Musikfestival noch nie gegeben. Sie selbst bleibt trotz des brutalen Terrors eine Friedensaktivistin. 

Du hast auch ein Faible für Musik aus der ehemaligen UdSSR. Ploho kommt aus Nowosibirsk, die Band lebt im Exil in Belgrad. Ihr Sound verkörpert irgendwie sehr gut die Tristheit postsowjetischen Lebens. Warum hast du Ploho gewählt und ist auch von dieser Band ein Statement gegen den nationalen Chauvinismus möglich? Serbiens Präsident Aleksandar Vučić ist leider auch ein Autokrat, der ständig ein friedliches Zusammenleben sabotiert. 

Die Post-Punk Band Ploho gehört zu einer russischen Exilszene in Belgrad um den Festivalmacher und ehemaligen Leiter der Moscow Music Week, Stepan Kazarian. Er hat sich sofort nach dem Einmarsch in die Ukraine mit vielen ihm verbundenen Künstler*innen klar positioniert und wurde vom FSB einbestellt und bedroht. Sehr viele russische Künstler*innen, die ich kenne, haben ihr Land inzwischen verlassen. Einige ins Baltikum, andere nach Georgien oder eben auch nach Serbien. Dort brauchen sie vor allen Dingen kein Visum. Das klingt nach einem simplen Grund, aber tatsächlich machen viele europäische Länder es russischen Dissidenten sehr schwer.

Ploho © Promo/Volkstheater

Link: https://www.volkstheater.at/produktion/1922602/desertshore/ 

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