Loscil

Triple Point

Kranky

Fettes kanadisches Drone-Monster, das die Köln-Posse wie ganz arme Ritter aussehen lässt. Scott Morgan from Vancouver gibt im Alltag den Multimedia-Artiste, der Musik und Visuals für Web, Indie-Film und CD-Rom-Projekte entwirft und komponiert. Haupthobby anbei ist Schlagzeug bei dem Berliner Siebziger-Bowie-lastigen Melodierockern von Destroyer. Minus der Melodie und erweitert um jede Menge sphärischer Echo-Tech-Basslinien, ergibt dagegen das Solotronica-Projekt Loscil in logischer Folge Brian Eno on Minimal Techno ohne die Kaputtheit von »Heroes« oder »Lodger« mitzunehmen. Erschreckend, dass Loscil als fast nur im Freundeskreis verbreitetes Klaggeschenk vergessen worden wäre, hätte Kranky es nicht zufällig entdeckt und releast. Und mit den üblichen verhuschten Gitarrenwäldern des Labels hat es auch nur die sakralen Synthklangwolken gemein, durch die hier selbstbewusste Beatminimalia schneiden. Die Geräuschnebel Coils oder Gavin Bryars, die Pseudo-Orgeltürme von Philip Glass, zart bauchig reworked durch Pole oder Thomas Köner. Ganz großes Debüt.