The Mighty Imperials

Thunder Chicken

Desco

Die New Yorker »Heavy Funk«-Adresse Desco Records mausert sich langsam aber sicher zum Soul/Funk-Äquivalent einschlägig bekannter Blast from the Blast-Adressen wie Fat Possum oder Crypt. Soll heissen, hier wird mit ähnlichen Seismographen in die »Black Music«-History zurückgeblickt und natürlich nur die heftigsten Erdbeben registriert (James Brown, Curtis King, Stax). Ganz logo ist dabei auch der Funk der Mighty Imperials (wie auch schon jener ihrer verschmitzt-verschwitzten Labelkollegen Sugarman 3) retro as fuck. Positioniert sich jedoch gewitzt genau zwischenen jene Perioden in denen Soul immer »härter« wurde und Funk noch mit einem Bein fest in den Sixties stand. Und weil einem bekanntlich, wenn man zwischen Stühlen hängt, der Arsch am wenigsten einfrieren kann, springt das »Thunder Chicken« auch wie verrückt auf dem ungeputzten Tanzboden herum. Womit das mit »retro« als Vorwurf auch schon wieder erledigt hat. Denn Bands wie The Mighty Imperials würde es in dieser Ausführung ohne jene Akzente, die HipHop für das allgemeine wie spezielle Funkverständnis gesetzt hat, sowieso nicht geben. Ausserdem kann dem slicken Gospel-Sex-Appeal der Hammond-B-Orgel eh nicht widerstanden werden. Zeitlos gut.