The Necks

»Body«

Fish of Milk/ReR

Die Sidneysianer von The Necks sind bald 30 Jahre bekannt für ihre Hintergrundmusik, der man zuhören kann, darf, soll, muss etc. In einem Wiener Lokal, das bekannt ist für letztklassige Behandlung der Gäste sowie erstklassige Musikauswahl, lief einmal ein Album (immer am Stück!) und auf die Frage, was denn das sei, zeigte die Barbesitzerin wortlos mit dem Finger auf das Cover von »Unfold«, das im Jahr 2017 veröffentlichte Vorgängeralbum der Nacken. Das wurde superlaut gespielt und falls Gespräche möglich waren, so mussten sie sich gegen einen rauschenden Bach von Sound behaupten und konnten dann aber auch mit ihm fließen. Wer keine Lust darauf hat, hört einfach zu, sich der gewaltigen Atmosphäre zu entziehen ist eh unmöglich. Es ist immer dieselbe Rezeptur: Piano, Drums und Bass und etwa eine Stunde Improvisation. Doch wie sehr man sich auch an die Vorgaben des Rezeptes hält, jeder Kuchen schmeckt anders. In diesem Falle gehen die drei Herren in eine krautige Post-Rock-Richtung, also rocken und spielen mit ansteigenden und intensiven Flächen, mit Spannungen, mit diesem repetitiven Post-Minimal-Piano-Sound, der diesmal jedoch besonders hypnotisch über die Ohren auf den Corpus wirkt. Noch etwas besser als der Vorgänger, und wieder ein Meisterstück der Bande, das sich auf Jahresendlisten wiederfinden wird.