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Ein bisschen spät ist es für diese bereits 2011 erschienene Fingerübung in groovigen Wellnessjazz. Andererseits ist es vielleicht gerade deswegen nicht zu spät. Und wenn wir schon so verschraubt anfangen, muss natürlich auch gleich der Begriff »zeitlos« fallen, um postwendend ein paar Ohrfeigen abzukriegen. Zeitlosigkeit gibt es nicht, schon gar nicht im Jazz! Jede traditionsbezogene Musik lässt sich zeitlich verorten, und gerade im Jazz ist es in letzter Zeit wieder recht chique, sich an den seligen Zeiten des Hardbop zu orientieren und sich dabei an der eigenen Spielfreude zu berauschen (zuletzt etwa das Florian Fleischer Quintett, das Alex Pinter Quintett,Peeping Tom …). Bei »The Magic Nut« sind aber zumindest zwei Aspekte wohltuend anders. Erstens ist Organist und Barnette Records Labelchef Rob Bargad eine der treibenden Kräfte dieses erweiterten Trios – und der seit Jahrzehnten in Üsterreich ansässige und umtriebige Bargad hat sein Jazzhandwerk noch bei Kapazundern wie Nat Adderley, Roy Hargrove oder Kenny Baron gelernt. Zweitens hat sich die Johnson3! der tanzbaren Spielfreude verschrieben, weswegen die meisten Tracks auch nur so swingen und grooven, dass es eine helle Freude ist. Wer seinen Jazz gerne fingerschnippend hat, ist hier goldrichtig.

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Text
Curt Cuisine

Veröffentlichung
25.10.2012

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