Lee Perry

The Compiler Vol.1

Rectangle

Irgendwie hat das Rectangle Label Zugang zu den obskursten Tracks von Lee Perry gefunden und bringt diese in geplanten vier Teilen heraus. Die erste Volume setzt gleich äußerst vielversprechend an. Die meisten Nummern verbinden hier auf inhaltlicher Ebene sich durchziehende Western- und Kung-Fu-Metaphern, die Perry mit den Methoden des Dub reinterpretiert. Imitierte Tier- und Kampfgeräusche tauchen des öfteren auf und werden manchmal sogar zum Zentrum der Songs. Die Vocals sind hier generell schon wirklich so far out, dass man sie einfach hören muss, um es zu glauben. Informationen zu den Aufnahmezeiten gibt es keine, aber diese Heimlichtuerei passt eigentlich ganz gut zu diesen verbotenen Schätzen, die so ihren Mythos behalten dürfen. Die oft ein wenig zwanghaft hergestellte Verbindung zwischen Perry und Sun Ra und George Clinton erklärt sich über die präsentierte Musik tatsächlich. Zumindest ihre Gemeinsamkeiten im Gestus beim Umgang mit Sound sind hier wirklich rauszuhören. Das größere Naheverhältnis würde ich zu Sun Ra hin bescheinigen, denn beide benutzen Technik in höchst eigenwilliger Art, mit Null Rücksicht auf vorgesehene Standards. Das ist pures Abenteuer, auch für Nicht-Dub-Freaks essentieller Stoff.