archive-image-placeholder-v2

Als ob sich Misha mit riesigen Schritten durch den Steinbruch der Musikgeschichte bewegt, bringen es die elf skizzenhaften Songs auf »Teardrop Sweetheart« fertig, unzählige Brocken Pophistorie der letzten vierzig Jahre aufs neue abzuklopfen. Auf eine schnulzbeladene Hubble-Bubble-Nummer mit glamourösen Auswüchsen folgt eine melancholische Ballade, der man ihre Badezimmerstudio-Herkunft voll und ganz anhört (dabei vielleicht aber auch gar nicht richtig liegt). Auf smoothe Beats, über denen eine hochgepitchte Stimme lamentiert, folgen feinfühlige Indietronic-Liebeleien. Auch John Lennon schaut hier und da mal rein, nicht jedoch, ohne später in feinstem Arrangement und im gedämpften Licht der Discokugel dekonstruiert zu werden. Das alles geschieht bei dem in New York lebenden Duo nie ohne das nötige Feingefühl für lässige Grooves, nie ohne ein charmantes Augenzwinkern und der unausgesprochenen Abmachung, dass die Arbeit im Steinbruch doch auch eine Menge Spaß machen kann.

favicon

Home / Rezensionen

Text
Norbert Lang

Veröffentlichung
21.06.2007

Schlagwörter

Scroll to Top